Hygiene

Hygienische Überprüfung von Wasser

Trinkwasser

Kaltwasser

Durch die letzten Änderungen der Trinkwasserverordnung in den Jahren 2011 und 2012 sind eine Reihe von Neuerungen in Kraft getreten. Diese Neuerungen betreffen nicht primär die Kaltwasserversorgung. In Krankenhäusern ist auch das Kaltwasser mindestens einmal jährlich in kritischen Bereichen häufiger zu überprüfen.
Um aussagekräftige Befunde zu erhalten, sind zum einen an der Übernahmestelle des Wassers hinter der Wasseruhr und zum anderen in der Peripherie möglichst weit entfernt mindestens je eine Probe zu ziehen.

Vorgehen:

Die Probenahme hat entsprechend der DIN EN ISO 19458 zu erfolgen. Je nach dem, wie man das Wasser unter-suchen möchte, unterscheidet sich das Vorgehen. Interessant ist oft die Probenahme nach Zweck C, früher häufig als Erstschwallprobe bekannt. Man entnimmt ohne Vorbehandlung direkt am Waschbecken die Probe und erhält als Untersuchungsergebnis die Qualität des Wassers, wie es verbraucht wird.
Die Untersuchung der Wasserqualität mit Einfluss der Hausinstallation gelingt mit dem sogenannten Zweck B:

  • Perlatoren, Dichtungen etc werden entfernt und der Hahn anschließend abgeflammt oder desinfiziert
  • Leitungswasser mit bleistiftdickem Strahl ablaufen lassen, es sollte nur 1 Liter Wasser ablaufen
  • Den Hahn nicht zudrehen und in den Strahl eine sterile Flasche halten.
  • Einsendeschein sorgfältig ausfüllen und die Proben gekühlt sofort ins Labor bringen.

Ergebnis:

E. coli, Coliforme Keime und Enterokokken dürfen nicht nachweisbar sein. Die Keimzahl darf in der Regel 100 KBE / ml (Bebrütung bei 20°C und 36°C) nicht überschreiten (in Ausnahmefällen gelten abweichende Grenzwerte). Pseudomonas aeruginosa darf nach einer Empfehlung des Umweltbundesamtes ebenfalls nicht nachweisbar sein in Einrichtungen, in denen Patienten medizinisch behandelt, untersucht und gepflegt sowie Kleinstkinder betreut  werden.

 

Warmwasser (Legionellen)

Im Bereich der Legionellenuntersuchung haben sich einige Änderungen ergeben. Nähere Informationen zur Untersuchung finden Sie unter folgendem Link:

LINK


Für die Untersuchung nach Trinkwasserverordnung ist ein akkreditierter Probenehmer erforderlich. Sollten Sie im Rahmen einer frewilligen Untersuchung selbst Proben entnehmen möchten, wird folgendes Vorgehen empfohlen:

  • Siebstrahlregler, Dichtungen etc. entfernen und den Hahn durch Abflammen oder mit einem Desinfektionsmittel desinfizieren.
  • Wasser in einem bleistiftdicken Strahl ablaufen lassen: max. 1 Liter Wasser, den Hahnanschließend nicht zudrehen!
  • Danach die Flasche in den Strahl halten und den Hahn während der Flaschenbefüllung weder auf- noch zudrehen.
  • Die Probe bei Raumtemperatur oder gekühlt möglichst innerhalb von 24 Stunden ins Labor bringen.
  • Die Temperaturmessung des Warmwassers erfolgt zweckmäßigerweise sofort nach Befüllen der Flasche.
  • Anforderungsschein sorgfältig ausfüllen.

Flaschen und Anforderungsscheine sind in der Zeit

von 7.00 bis 15.00 Uhr entweder telefonisch unter der Nummer

0751/502-232 (Ravensburg) bzw.
0751/502-561 (Weingarten) 

oder

per e-mail

hygiene@labor-gaertner.de für das Hygienelabor in Ravensburg bzw.

trinkwasser@labor-gaertner.de für das Trinkwasserlabor in Weingarten

zu bestellen.

Badewasser

Die wichtigste Keimquelle für das Badewasser ist der Badende selbst (z.B. können innerhalb von 3 min. durch Abschwemmung von der Körperoberfläche ohne Verwendung von Seife
bis zu 6,5 x 108 Keime abgegeben werden). Die Untersuchung sollte einmal monatlich erfolgen. Dies gilt sowohl für Schwimmbecken als auch für Bewegungsbäder.

Weitere Informationen finden Sie unter dem dazugehörigen Link zur Untersuchung von Badewasser nach DIN 19643:  LINK


Probenentnahme:

  • Hautdesinfektion der Hand und des Unterarms.
  • Entnahme von Füllwasser und Beckenwasser im Ablaufbereich 50 cm vom Beckenrand entfernt aus 10-30 cm Tiefe in ein steriles 500 ml Gefäß (für die mikrobiologische Untersuchung bitte anfordern).
  • Proben sofort kühl stellen und möglichst sofort ins Labor zur weiteren Bearbeitung bringen.

Ergebnis:

E. coli oder Pseudomonas aeruginosa, dürfen nicht nachweisbar sein. Je nach Wassertemperatur wird der Parameter Legionella spec. untersucht. Hier orientiert sich das weitere Vorgehen am Ergebnis. Die Koloniezahl darf 100 KBE/ml (Bebrütung bei 36°C) nicht überschreiten. Der Nachweis von E. coli dient als Indikator für faekale Verunreinigung. Pseudomonas aeruginosa ist Indikatorkeim für mangelnde Filterwartung.

Wasser aus medizinischen Geräten

Verschiedene medizinische Geräte, z.B. Beatmungsgeräte, Sprudlertöpfe von Sauerstoffgeräten, Inhalatoren, Inkubatoren oder Vernebler, können zum Erregerreservoir besonders für sog. Feuchtkeime (Pseudomonaden und Enterobakterien) werden.

Probenentnahme:

  • Probenmenge muß repräsentativ für die Gesamtflüssigkeitsmenge sein, üblicherweise ca. 20 ml, bei Inkubatoren empfiehlt es sich, ca. 100 ml zu untersuchen.
  • Entnahme mit einer 20 ml Einwegspritze und Umfüllen in ein steriles Sekundärgefäß.
  • Proben bis zum Versand kühl stellen.

Ergebnis:

Inkubatorwasser sollte Trinkwasserqualität haben (s.o.). Bei allen anderen Wasserproben kein Nachweis von pathogenen Keime (Beschickung mit sterilem Wasser!).

Dialysat

Wasserproben (entmineralisiert) und Dialysat sollten alle 3-6 Monate untersucht werden.

Probenentnahme:

  • die Wasserprobe ist vor Eintritt in die Maschine bzw. den Tank zu entnehmen, das Dialysat nach Anwendung im Gerät, Menge jeweils ca. 250 ml.
  • Proben sofort kühlstellen (Aufbewahrung im Kühlschrank für max. 24 Stunden zulässig).

Ergebnis:

Für die Wasserprobe sind max. 100 KBE/ml, für die Dialyseflüssigkeit nach Dialyse max. 1000 KBE/ml zulässig.

Warmwasser auf Legionellen

Legionellen werden vor allem über Aerosole übertragen, besonders also beim Duschen mit heißem Wasser. Bitte beachten Sie hier die entsprechende Rubrik unter folgendem Link: LINK

Ergebnis:

Infektionsgefahr ist allgemein erhöht bei 10000 Legionellen/100 ml, bei abwehrgeschwächten Patienten ist diese Gefahr bereits bei geringeren Keimzahlen gegeben. Bei Untersuchungen nach der Trinkwasserverordnung gilt als technischer Maßnahmewert 100 KBE /100ml, bei dessen Überschreitung Maßnahmen notwendig werden.

Wasser aus Zahnarztpraxen

Nach der Empfehlung „Infektionsprävention in der Zahnheilkunde“ des Robert-Koch-Instituts soll auch in Zahnarztpraxen regelmäßig das Wasser untersucht werden. Pro Behandlungseinheit soll aus einer Entnahmestelle eine Probe entnommen und mindestens auf die Parameter Koloniezahl bei 36°C sowie auf Legionella spec. untersucht werden. Die Entnahme soll durch geschultes Personal erfolgen, nachdem 20sek das Wasser abgelaufen ist.
Als Grenzwerte werden die üblichen Grenzwerte der Trinkwasserverordnung herangezogen: Die Gesamtkeimzahl darf 100 KBE/ml nicht überschreiten, bei den Legionellen sollte der Grenzwert von 1 KBE / 1ml eingehalten werden.

Wasser auf chemische Parameter

Oftmals ist auch die Untersuchung des Wassers auf chemische Parameter von Bedeutung. Hier wird je nach Pa-rameter eine große Auswahl an Probengefäßen notwendig. Vor der Probenahme muss daher entschieden werden, auf welche Parameter das Wasser untersucht werden soll. Die korrekten Probengefäße werden Ihnen dann nach Rücksprache mit dem Labor zur Verfügung gestellt.
Die chemischen Untersuchungen werden nicht selbst vom Labor Dr. Gärtner durchgeführt. Die Untersuchung wird in einem dafür akkreditierten Labor durchgeführt.