FAQ: Häufig gestellte Fragen zur EBM-Laborreform

  1. Darf ein niedergelassener Arzt die GOP 32125 ansetzen, wenn er selbst gar nicht derjenige ist, der operiert (z.B. Hausarzt fordert an, Operation erfolgt jedoch beim Facharzt)?
    Die Laborleistungen, die im Rahmen der GOP 32125 erbracht werden, sind immer „befreit“, egal ob der Veranlasser selbst operiert oder nicht.

  2. Wird es zukünftig einen neuen Anforderungsschein 10, bzw. 10A ohne das Feld für die Ausnahmekennziffer geben?
    Nein, es wird keinen neuen Schein geben. Das Feld für die AKZ wird weiterhin noch für die Kennzeichnungsnummer 87777 der Knappschaftsärzte genutzt.

  3. Darf für Patienten mit einer Kreatinin-Clearance von mehr als 25 ml/min keine AKZ 32018 angesetzt werden?
    Die AKZ 32018 ist nur bei Patienten mit einer Clearance von weniger als 25 ml/min ansetzbar.

  4. Die AKZ muss bei jedem Behandlungsfall angesetzt werden. Heißt das, die Praxis muss diese jedes Mal einpflegen, wenn der Patient die Praxis besucht?
    Ein Behandlungsfall ist definiert als die Behandlung desselben Versicherten durch dieselbe Arztpraxis in einem Quartal zulasten derselben Krankenkasse. Die AKZ muss also maximal einmal pro Quartal pro Behandlungsfall angesetzt werden.

  5. Ist die AKZ 32007 („Vorsorgeuntersuchungen gemäß den GBA-Mutterschafts-Richtlinien bei Vertretung, im Notfall oder bei Mit- bzw. Weiterbehandlung“) so zu verstehen, dass sie nicht vom erstbehandelnden Arzt, sondern nur von dessen Vertretung, bzw. einem Notfallarzt angesetzt werden darf?
    Das ist richtig. Untersuchungen gemäß der Mutterschaftsrichtlinien, zu denen auch die Laboruntersuchungen (Blutgruppen-Bestimmung, Antikörper-Suchtest, HIV-Test, Röteln-Immunität, HBs-Antigen, Schwangerschaftsdiabetes usw.) gehören, sind in Kapitel 1.7 EBM „Gesundheits- und Früherkennungsuntersuchungen, Mutterschaftsvorsorge, Empfängnisregelung und Schwangerschaftsabbruch“ abgebildet. Das Kapitel 1.7 hat keinen Einfluss auf den Wirtschaftlichkeitsbonus, die Kosten der Laboruntersuchungen werden nicht in den arztpraxisspezifischen Fallwert eingerechnet.

    Diese Ziffer kann jedoch nur von einem Vertragsarzt angesetzt werden, der die entsprechenden Untersuchungen dann selbst erbringen/in der privaten Laborgemeinschaft „einkaufen“ (Hämoglobin, Blutbild, Erythrozyten, Urinsediment), bzw. präventiv im Facharztlabor anfordern (HIV, Röteln) kann.

    Gynäkologen, die in Vertretung oder im Notfall tätig werden, können diese Ziffer nicht mehr ansetzen. Für diese besteht die Möglichkeit, über die AKZ 32007 die Laboruntersuchungen Hämoglobin, Blutbild, Erythrozyten, Urinsediment selbst zu erbringen, in der Kassenärztlichen Laborgemeinschaft (Muster 10A) anzufordern oder an das Facharztlabor (Muster 10) zu überweisen, ohne den Wirtschaftlichkeitsbonus zu reduzieren. Die weiteren MuVo-Leistungen (HIV, Röteln) können präventiv und ohne Einfluss auf den Wirtschaftlichkeitsbonus beauftragt werden.

  6. Können im Zuge der EBM-Reform neue individuelle Laborprofile angelegt werden?
    Ja. Für die Anpassung der individuellen Laborprofile wenden Sie sich bitte in schriftlicher Form an Ihren zuständigen Außendienstmitarbeiter oder an unsere Einsenderbetreuung (Fax: 0751 502-45). Bei Wunsch einer Profiländerung erfolgt die Umsetzung immer zum 1. eines Monats. Die Anlage von Neuprofilen kann im Laufe eines Monats jederzeit erfolgen.

  7. Im Zuge der EBM-Reform zum 1. April 2018 wurde in der Laborgemeinschaft das Kreatinin Jaffé als Standard definiert. Ist es möglich, auf das Kreatinin enzymatisch zu wechseln?
    In den Ziffernkränzen ist das Kreatinin-Jaffé berücksichtigt, das bei Angabe einer entsprechenden Ausnahmekennziffer budgetbefreit ist. Das Kreatinin-enzymatisch ist kein Bestandteil der Ziffernkränze und belastet entsprechend das Laborbudget der Praxis.

    Wenn der Wunsch auf Änderung von Kreatinin-Jaffé auf Kreatinin-enzymatisch vorliegt, so kann dies Arztpraxisspezifisch im Laborprofil angepasst werden. Wenden Sie sich hierzu bitte in schriftlicher Form an Ihren zuständigen Außendienstmitarbeiter oder an unsere Einsenderbetreuung (Fax: 0751 502-45).

  8. Ist es möglich, die Schwangerschaft einer Patientin in der Online-Laboranforderung kenntlich zu machen?
    Als Facharzt für Gynäkologie haben Sie in der Online-Laboranforderung auf der Maske „Gynäkologie Schwangerschaft“ die Möglichkeit, die SSW anzugeben. Als Facharzt für Allgemeinmedizin finden Sie die Angabe der Schwangerschaft auf der Maske „Klinische Daten“.

  9. Weshalb benötige ich das Wissen der Ziffernkränze? Die dort aufgeführten GOP’s werden doch vom Labor an die KV übermittelt.
    Das Wissen über den Umfang der Ziffernkränze ist dann von Interesse, wenn der Wirtschaftlichkeitsbonus angestrebt wird. Die Inhalte der Ziffernkränze geben Auskunft darüber, welche Laborparameter mit entsprechender Angabe der Ausnahmekennziffern vom Laborbudget befreit sind.