2. Update vom 27.05.2021 der aktuellen Laborinformation vom 08.12.2020

Bewertung des Ct-Werts der SARS-CoV-2-PCR - Aussage zur Virusmenge im Untersuchungsmaterial

Aufgrund geänderter >> Entlassungskriterien aus der Isolierung des RKI möchten wir Sie folgend über die Bewertung des Ct-Werts in Bezug auf die Virusmenge im Untersuchungsmaterial informieren:

Ct-Wert als Mengenmaß vorhandener Virus-RNA

Beim Direktnachweis von SARS-CoV-2 mittels PCR werden bestimmte Abschnitte der RNA, d. h. des viralen Erbguts, nachgewiesen. Ein Nachweis von SARS-CoV-2-RNA weist auf eine Infektion mit SARS-CoV-2 hin.

Als Maß für die Menge der im Probenmaterial vorhandenen Virus-RNA dient der bei der PCR-Untersuchung ermittelte Ct-Wert. Dieser Ct-Wert (cycle-threshold-Wert) kennzeichnet den Messzyklus in der Echtzeit-PCR, in dem zuerst ein exponentieller Anstieg des Messsignals - meist einer Fluoreszenz - über den Hintergrundwert der PCR auftritt.

Ct-Wert auf dem Laborbefund des MVZ Labor Ravensburg

Auf unseren Laborbefunden teilen wir Ihnen die Ct-Werte bei Nachweis von SARS-CoV-2-RNA für jedes positiv getestete Gen mit. Zusätzlich finden Sie stets die Angabe, mit welchem Testhersteller und auf welchem Gerät die Messung der SARS-CoV-2-RNA in unserem Labor erfolgte.

Bewertung des Ct-Werts

Je höher der Ct-Wert, desto niedriger ist die Virusmenge in der untersuchten Probe. Seit kurzem stehen quantitative Bezugsproben (Ch07469 und Ch07470) mit definiertem SARS-CoV-2-RNA-Gehalt zur Verfügung. Hiermit kann eine Korrelation zwischen einer definierten SARS-CoV-2-Virusmenge (Kopien/ml) und dem Ct-Wert auf den verwendeten PCR-Systemen ermittelt werden.

Für die in unserem Labor verwendeten PCR-Systeme entsprechen die folgenden Ct-Werte einer Virusmenge von < 10E6 Kopien pro Milliliter (bezogen auf die quantitative Bezugsprobe Zellkulturüberstand mit < 10E6 Kopien/ml Ch07470):

PCR-System Ct-Wert, der einer Virusmenge von <10E6 Kopien/ml entspricht
Roche cobas 6800/8800 > 26
PIIM, LightCycler > 26
PIIM, qTower > 23
Biomerieux, QuantStudio 5 > 27

Laut RKI deuten mehrere Studien darauf hin, dass eine erfolgreiche Virusanzucht aus Patientenmaterial mit der Höhe der SARS-CoV-2-RNA-Last im Untersuchungsmaterial korreliert, sofern die Patientenprobe nach Symptombeginn entnommen wurde.

Folgende >> Limitationen sind hierbei zu beachten:

  1. Die SARS-CoV-2-Genomkopienzahl im Untersuchungsmaterial aus dem oberen Respirationstrakt unterliegt z. T. erheblichen Schwankungen, die sowohl vom Infektionsstadium als auch von präanalytischen Faktoren der Untersuchung wesentlich mitbestimmt werden.
  2. Eine entsprechende Analyse ist nur im Rahmen des Entlassmanagements (z. B. zur ergänzenden Einschätzung eines persistierend positiven PCR-Ergebnisses) sinnvoll, wenn zusätzlich der Symptombeginn mehr als 14 Tage zurückliegt und eine nachhaltige klinische Besserung seit > 48 Stunden verzeichnet worden ist.
  3. Für die Einleitung von Maßnahmen bei Kontaktpersonen oder bei der initialen Entscheidung über Maßnahmen nach Erstdiagnose spielt die Genomkopienlast im Untersuchungsmaterial keine Rolle. Hier sind immer die konkreten Umstände auf der Basis des qualitativen Ergebnisses (z. B. Zeitpunkt des Kontaktes; Beginn der Symptome) im Einzelfall entscheidend.

Weitere Beträge zu diesem Thema:
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