Aktuelle Laborinformation vom 27.05.2020

Hinweis zu FFP-Masken und Mund-Nasen-Schutz

Aufgrund der momentanen Pandemie-Situation und der dadurch aufgekommenen Lieferengpässe im Bereich medizinischer Schutzausrüstung wurden Ausnahmeregelungen für den Gebrauch und die Wiederverwendung von medizinischen Schutzmasken veröffentlicht. Dabei ist zwischen den FFP-Masken (engl.: filtering face Piece; filtrierende Halbmasken, Atemschutzmasken) und dem medizinischen Mund-Nasen-Schutz (MNS, Operationsmasken) zu unterscheiden:

FFP-Masken

  • Der Schutz von FFP-Masken ist abhängig von der Schutzklasse 1-3, d.h. dem eigentlichen Filterdurchlass, der Gesamtleakage (FFP3: max. 5 %, FFP2: max. 11 %, FFP1: max. 25 % erlaubt), den Undichtigkeitsstellen am Gesicht, der evtl. vorhandenen Leakage am Ausatemventil sowie der Handhabung und der darüber hinaus einzuhaltenden Basishygiene.
  • FFP-Masken bieten dem Träger bei korrekter Anwendung Schutz vor Partikeln, Tröpfchen und Aerosolen eines Patienten (Eigenschutz) und können beim Träger die Verbreitung von Partikeln, Tröpfchen und Aerosolen an andere Menschen verhindern (Fremdschutz)
  • Masken mit Ausatemventil zur Reduktion des Atemwiderstands bieten nur Eigenschutz (keinen Fremdschutz) und dürfen nicht durch infektiöse Patienten bzw. bei der Betreuung infektionsgefährdeter Patienten angewendet werden.

>> So funktioniert´s: An- und Ablegen von PSA für Fachpersonal

Medizinischer Mund-Nasen-Schutz (MNS)

  • Medizinischer MNS schützt das Gegenüber vor der Exposition möglicherweise infektiöser Tröpfchen des Mundschutz-Trägers und dient daher vor allem dem Fremdschutz und nicht dem Eigenschutz.
  • Sicherheit eines medizinischen MNS: In klinischen Studien konnte kein signifikanter Unterschied in der Schutzwirkung von med. MNS oder N95 (FFP2-Masken) gegenüber respiratorischen Viren nachgewiesen werden. Damit stellt der med. MNS eine adäquate Schutzausrüstung dar.

>> Weitere Informationen zur Frage der Sicherheit eines medizinischen MNS: Download HygieneDOC


>> Eine Übersichtsgrafik zur besseren Einordnung von Atemschutzmasken und MNS wurde vom Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (IFA) zusammengestellt >> Link

>> Weitere Informationen zur Verwendung von Masken in und außerhalb von Einrichtungen des Gesundheitswesen finden Sie aktuell zusammengestellt auf der Webseite des RKI  >> Link


Diese Laborinformation zu FFP-Masken und MNS versteht sich als Hinweis. Grundsätzlich zählt die Persönliche Schutzausrüstung (PSA) zu den Aufgaben der Arbeitssicherheit. Bitte wenden Sie sich bei allen Fragen zur PSA an Ihre Arbeitssicherheit in Ihrer Praxis bzw. Ihrem Institut, um gemäß der entsprechenden Gegebenheit vor Ort Anpassungen und Umsetzungen zu definieren.

Sicherheitsausrüstung als Sprechstundenbedarf

Für Baden-Württemberg:

Seit 26. März 2020 und vorläufig bis zum 10. Juni 2020 besteht ausnahmsweise die Möglichkeit

  • OP-Masken (Mund-Nasen-Schutz)
  • partikelfiltrierende Atemschutzmasken, sog. Filtering Face Pieces - FFP (Schutzstufe FFP2; FFP3 oder Respirator insb. bei ausgeprägter Exposition, z.B. Bronchoskopie oder bei anderen Tätigkeiten, bei denen große Mengen Aerosole entstehen können)
  • langärmelige, mindestens flüssigkeitsabweisende Schutzkittel mit Rückenschluss und Abschlussbündchen an den Armen
  • Schutzbrillen

für die Diagnostik und Behandlung von COVID-19-Verdachtsfällen als Sprechstundenbedarf (SSB) abzurechnen.

>> Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite der KVBW
>> Die WKG Labor GmbH unterstützt Sie gerne. Nehmen Sie Kontakt auf.