13.02.2020

Update: Informationen zur Diagnostik von SARS-CoV-2


Am 31.12.2019 haben die Behörden in China (Wuhan, Provinz Hubei) eine Häufung von Lungenentzündungen mit unklarer Ursache gemeldet. Inzwischen wurde ein neues Beta-Coronavirus, das SARS-CoV-2, als Erreger diagnostiziert. Es ist vermutlich über ein Tierreservoir auf den Menschen übergegangen und ist eng mit dem SARS-Coronavirus verwandt.

Aktuellen Informationen zum neuen Virus sowie zu der neuen Infektionserkrankung Covid-19 (Coronavirus disease 19) finden Sie auch auf der Webseite des >> RKI.

Bitte bedenken Sie, dass derzeit in Deutschland die Erkrankung an einer Influenza oder einem viralen respiratorischen Infekt wahrscheinlicher ist als eine Erkrankung an SARS-CoV-2. Daher müssen diese Erkrankungen immer in die Differentialdiagnose eingeschlossen werden und die entsprechende Diagnostik muss veranlasst werden.


INDIKATION

Eine spezifische Untersuchung auf Erkrankung durch SARS-CoV-2 muss durchgeführt werden bei Patienten mit:

  • klinischem oder radiologischem Hinweis auf eine akute Infektion der unteren Atemwege UND Aufenthalt im Risikogebiet (siehe Definition des >> RKI),
  • akuter respiratorischer Symptomatik von beliebiger Schwere UND Kontakt zu einem bestätigten oder wahrscheinlichen Covid-19-Fall bis max. 14 Tage vor Erkrankungsbeginn.


MELDEPFLICHT

Das Bundesgesundheitsministerium hat eine Meldepflicht für SARS-CoV-2 erlassen. Arztpraxen müssen alle Verdachts , Krankheits- und Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus namentlich dem örtlichen Gesundheitsamt melden. Verdachtsfälle müssen abgeklärt werden. Die Labore müssen den Nachweis von SARS-CoV-2 melden.


HINWEISE ZUR DIAGNOSTIK

Die labordiagnostische Abklärung des Verdachts auf eine Infektion mit SARS-CoV-2 erfolgt mittels eines PCR-Nachweissystems.


PROBENMATERIAL

Wenn möglich, sollten Proben parallel aus den oberen und den tiefen Atemwegen entnommen werden.

Tiefe Atemwege:

  • Bronchoalveoläre Lavage
  • Sputum (nach Anweisung produziert bzw. induziert)
  • Trachealsekret

Obere Atemwege

  • Nasopharynx-Abstrich, -Spülung oder -Aspirat
  • Oropharynx-Abstrich

Das Material aus den tiefen Atemwegen kann nativ in einem sterilen Transportbehälter oder in etwas steriler Kochsalzlösung versendet werden. Bei Abstrichen ist zu beachten, dass trockene Tupfer (KEIN Gel) oder E-Swab-Abstrichtupfer benutzt werden.


ERREGERNACHWEIS

Ein negatives PCR-Ergebnis schließt die Möglichkeit einer Infektion mit SARS-CoV-2 nicht vollständig aus. Falsch-negative Ergebnisse können z. B. aufgrund schlechter Probenqualität, unsachgemäßem Transport, ungünstigem Zeitpunkt der Probenentnahme oder anderen Gründen (z. B. Virusmutation) nicht ausgeschlossen werden. Wenn ein Patient mit starkem Verdacht auf Covid-19 in der initialen PCR negativ getestet wird, sollte mit dem Labor eine erneute Probenentnahme und –untersuchung abgesprochen werden.

Ein Antikörper-Nachweis steht derzeit noch nicht zur Verfügung.


ABRECHNUNG

Seit dem 1. Februar gilt die neue GOP 32816 zur Abklärung von begründeten Verdachtsfällen auf SARS-CoV-2-Infektionen. Die GOP wurde ebenfalls in den Ziffernkranz der Ausnahmekennziffer 32006 aufgenommen, die Diagnostik erfolgt somit ohne Einfluss auf den Wirtschaftlichkeitsbonus.


Die vorliegenden Informationen beruhen im Wesentlichen auf den Veröffentlichungen des >> RKI sowie der >> KBV.

>> DOWNLOAD: Informationsblatt des RKI zum Umgang mit dem Coronavirus in der Praxis.