29.09.2016

Herausforderung Antibiotikaresistenz

Neue Antiinfektiva-Leitlinie der Limbach Gruppe




Antibiotikaresistenzen stellen ein zunehmendes Problem dar. Während antibiotikaresistente Keime früher vor allem mit Krankenhäusern assoziiert waren, spielen diese Keime seit einigen Jahren auch eine immer größere Rolle in der ambulanten Praxis. Dies ist nicht verwunderlich, denn etwa 85 % der Antibiotika-Verordnungen in Deutschland stammen aus dem niedergelassenen Bereich. Antibiotika nehmen unter den fünf verordnungsstärksten Wirkstoffgruppen - mit etwa 38 Mio. Verordnungen pro Jahr - die Spitzenposition ein.

Der Zunahme von Antibiotikaresistenzen kann durch eine sachgerechte und begrenzte Antibiotikaanwendung bei Patienten im ambulanten Bereich entgegengewirkt werden.

  • Es besteht eine eindeutige Beziehung zwischen der Antibiotikaexposition und dem Auftreten von Antibiotikaresistenzen. Der Gesamtantibiotikaverbrauch, wie auch die Art der Antibiotikaanwendung, haben Einfluss auf die Resistenzentwicklung. Ein Beispiel hierfür ist die Entwicklung der Fluorchinolon-Resistenz in Deutschland.
  • Erfahrungen aus einingen europäischen Staaten zeigen, dass im Zuge einer Reduktion der Antibiotikaverordnungen für ambulante Patienten auch die Häufigkeit von Antibiotikaresistenzen abnahm.

Eine zielgenaue Antibiotikatherapie sollte sich an aktuellen Leitlinien orientieren und auf einer rationalen mikrobiologischen Diagnostik basieren, damit neben einer optimalen Patientenversorgung eine langfristige Vermeidung von Antibiotikaresistenzen erreicht werden kann. Ferner kann eine leitlinienbasierte Antibiotikatherapie Kollateralschäden, wie zum Beispiel eine Zunahme von Clostridium-difficile-Infektionen, verhindern.

 

Die neue Antiinfektiva-Leitlinie der Limbach Gruppe

Als Hilfmittel für eine leitliniengerechte adäquate Antiinfektivatherapie im Praxis-Alltag haben erfahrene Mikrobiologen und Antibiotic-Stewardship-Experten der Limbach Gruppe, darunter auch Kollegen vom MVZ Labor Ravensburg, die neue "Antiinfektiva-Leitlinie der Limbach Gruppe" entwickelt. In diesem kompakten, hoch aktuellen und praxisnahen Leitfaden im Ringbuchformat finden Sie u.a. diese Themen: 

  • Über 200 Therapieempfehlungen für Erwachsene bezüglich aller relevanten Infektionskrankheiten im ambulanten Bereich, angepasst an aktuelle nationale und internationale Leitlinien
  • Eine detaillierte Übersicht über alle gängigen Antiinfektiva im niedergelassenen Bereich
  • Hinweise zur rationalen Diagnostik
  • Kapitel zu multiresistenten Erregern
  • Informationen zur Meldepflicht
  • Informationen zum Umgang mit einer Betalaktam-Allergie
  • Quellenverzeichnis mit über 70 Referenzen

 

Die neue Antiinfektiva-Leitlinie stellt das MVZ Labor Ravensburg ihren Einsendern, aber auch anderen interessierten Kollegen, gerne zur Verfügung. Sie kann über Ihren zuständigen Außendienstmitarbeiter oder unsere Einsenderbetreuung angefordert werden.

 

Praxis-Tipps zur Antibiotikaverordnung:

  • So oft wie notwendig, so selten wie möglich; es muss eine klare Indikation vorliegen
  • Wirkspektrum des verordneten Antibiotikums: so schmal wie möglich und so breit wie notwendig
  • Therapie-Dauer: so lange wie notwendig und so kurz wie möglich
  • Abbruch der Therapie: sobald keine Indikation mehr besteht
  • Mikrobiologische Diagnostik: wenn indidiziert, dann vor Therapiebeginn; nicht (erst) bei Therapieversagen