Wir über unsLeistungsverzeichnisDiagnostikFachinfosPatienteninfosHygieneServiceDFÜKontakt
Leitfaden für Patienten
Thrombose
Pilleneinnahme und Thrombosegefahr
Arteriosklerose
Vorbeugung Herzinfarkt, Schlaganfall, Demens
Darmkrebs-Früherkennung
Prostatakrebs-Früherkennung beim Mann
Hormonstatus Mann
Hormonstatus Frau
Osteoporosegefährdung
Untersuchungen Schwangerschaft
Humane Papilloma-Viren
Immunstatus
Gesund alt werden
Sexuell übertragbare Krankheiten
Chronische Müdigkeit


IGeL - Patienten-Information PROSTATAKREBS-FRÜHERKENNUNG BEIM MANN



Sehr geehrter Patient,

Prostata-Krebs ist inzwischen der zweithäufigste neu aufgetretene Krebs bei Männern und rangiert an dritter Stelle nach Lungen- und Darmkrebs. Dies stimmt nachdenklich, da seit nahezu 30 Jahren eine Vorsorgeuntersuchung existiert. Sie umfasst primär die Tastuntersuchung des Organs Prostata. Der Arzt sondiert mit dem in den Enddarm eingeführten Zeigefinger die darüber liegende Prostata-Drüse und tastet sie auf Verhärtungen ab.
Die von der gesetzlichen Krankenkasse finanzierte Krebsvorsorge des Mannes wird ergänzt durch eine zusätzliche Diagnostik zur Erkennung eines eventuell vorliegenden Dickdarmkrebses. Hier kommt ein laborchemischer "Briefblättchen-Test" (z. B. Hämocult, Hämofec) des Stuhls zum Einsatz. Die zu diesem Programm gehörende Urinanalyse für die wichtigen Organe Blase und Niere fiel vor über 10 Jahren aus Kostengründen weg.

Die gesetzlichen Krankenkassen finanzieren also bei der Krebsvorsorge des Mannes den Fingertest auf der Fährtensuche nach Prostataverhärtungen und einen relativ ungenauen (aber kostengünstigen) Stuhltest zur Erkennung des Dickdarmkrebses.

Beide Methoden bieten einen Minimalstandard mit der Folge, dass nach heutiger Einschätzung nur jeder zweite Tumor durch die von den gesetzlichen Krankenkassen getragenen Untersuchungen für Männer ab dem 45. Lebensjahr richtig erkannt werden kann.


Moderne Diagnostik der Prostata


Die dem heutigen medizinischen Wissensstand angepasste Diagnostik empfiehlt die Bestimmung des Tumormarkers der Prostata, das prostataspezifische Antigen (PSA-Test).

Durch die Kombination einer Rektaluntersuchung und der Bestimmung des PSA-Wertes lässt sich die Erkennungsrate des Prostata-Karzinoms erheblich verbessern.

Leider gehört der PSA-Test, der zurzeit als der beste aller existierenden Erkennungstests für das Prostata-Karzinom gilt, nicht zum Vorsorgeprogramm bei den gesetzlichen Krankenkassen. Er ist nur Bestandteil einer weiterführenden Diagnostik für den Fall, dass der "Fingertest" den Verdacht auf eine bösartige Erkrankung aufweist. Eine noch kleine Zellwucherung, die Frühform eines Prostatakarzinoms, ist bei der rektalen Untersuchung noch nicht zu erkennen. Diese entarteten Zellverbände produzieren jedoch häufig vermehrt den Tumormarker PSA und geben damit entsprechende Hinweise. Die Messung der Werte mit moderner - aber sehr kostenintensiver - Laboranalytik gibt dem Arzt entscheidende Informationen und Hilfestellung für weiterführende Untersuchungen. Gezielte Gewebeproben durch eine so genannte Biopsie können dann den Karzinomverdacht erhärten, noch bevor der tastende Finger oder die Ultraschalluntersuchung einen Verdacht aufzeigen.

Aufgrund statistischer Daten ist bekannt, dass bereits bei 30 % aller 50jährigen Männer ein Prostata-Krebs vorliegt. Neueste Untersuchungen von obduzierten Unfallopfern zeigten auf, dass dies sogar bei 23 % der 40jährigen zutraf.

Traurige Tatsache: Maximal 12 % aller berechtigten Männer gehen zur Krebsvorsorge!

Bei der Beurteilung der PSA-Werte ist wichtig zu wissen, dass erhöhte Werte auch bei gutartigen Vergrößerungen (sog. benigne Prostata-Adenome bzw. benigne Prostata-Hyperplasie = BPH) vorkommen können. Um in dieser Situation zwischen Karzinom und gutartiger Vergrößerung differenzieren zu können, hilft die Bestimmung des Quotienten aus "PSA-frei" und "PSA-gesamt".

Wenn Sie männlich und über 45 Jahre alt sind, sollten Sie sich für Ihre PSA-Werte interessieren und diese ergänzend zum Tastbefund im Rahmen einer Prostata-Vorsorge bestimmen lassen.


Maximale Sicherheit zur Früherkennung des Prostata-Krebses


Maximale Sicherheit zur Früherkennung des Prostata-Krebs bietet die Dreier-Kombination


  1. Tastender Finger (DRU = digitale rektale Untersuchung)
  2. Bestimmung des PSA-Wertes (bzw. Quotient freies PSA/Gesamt-PSA)
  3. Ultraschall-Untersuchung der Prostata

Die Entscheidung, welche Sicherheitsstufe in welchem Alter Ihnen wichtig ist, müssen Sie selbst treffen: Minimum -> Gut -> Optimal. Bei allen Überlegungen sollten Sie folgende wissenschaftlich gesicherte Kenntnis beachten: durch eine regelmäßig und konsequent durchgeführte Frühuntersuchung wird eine Heilungschance deutlich verbessert. Nur bei einem frühzeitig erkannten Karzinom dürfen Sie auf eine Organbegrenzung hoffen. Das bedeutet, dass noch keine Ausbreitung bzw. eine Bildung von Metastasen stattgefunden hat und die Erkrankung noch heilbar ist.


Was hat der Patient zu beachten ?


Erforderlich zur Durchführung der Untersuchung ist eine Blutentnahme aus der Armvene zu jeder beliebigen Tageszeit.


Wichtig


Die Blutentnahme zur PSA-Bestimmung muss vor der Tastuntersuchung erfolgen, da sonst falsch erhöhte Werte das Ergebnis wertlos machen.

Bitte sprechen Sie uns an, wir beraten Sie gern. Ihr Praxisteam