 |

Sehr geehrte Frau Kollegin, sehr geehrter Herr Kollege,
im Jahre 2001 wurde das humane Metapneumovirus (HMPV) erstmalig nachgewiesen. Molekulargenetische Untersuchungen ordnen das RNA-Virus HMPV als einen Vertreter der Familie Paramyxoviridae ein, verwandt mit dem respiratorischen Synzytialvirus (RSV). HMPV-Infektionen werden als Spätwinterinfektionen vermehrt zwischen Dezember und April beobachtet. Der Erkrankungsgipfel der Infektion liegt im Kindesalter, jedoch sind auch Infektionen bei Erwachsenen möglich. Bis zum 5. Lebensjahr beträgt die Durchseuchungsrate bereits über 95 %. Eine einmal durchgemachte Infektion führt nach bisherigen Erkenntnissen nicht zu einer bleibenden Immunität, so dass Reinfektionen bereits in der nächsten Wintersaison möglich sind, allerdings oftmals mit milderer Symptomatik. Studien zeigen, dass das HMPV nach RSV zu den häufigsten Erregern von Infektionen der unteren Atemwege gehört. Bei ca. 12 % der Patienten kommt das Virus als Krankheits-auslöser in Betracht. Trotz seiner Bedeutung als Erreger von Atemwegserkrankungen, insbesondere als Ursache einer akuten Bronchitis, findet diese Infektion in Deutschland bisher kaum Beachtung. Die klinische Symptomatik stellt sich in Schweregrad und Ausprägung ähnlich wie bei RSV dar: Milde grippeähnliche Symptome bis hin zu starker Bronchitis und Pneumonie, besonders bei Kindern, älteren Menschen sowie bei Personen mit Immundefizienz oder Immunsuppression. Eine intensivmedizinische Betreuung mit Beatmungspflichtigkeit kann bei Kindern oder Patienten mit diversen Vorerkrankungen notwendig sein. Die Therapie erfolgt symptomatisch und supportiv, eine Impfung oder antivirale Therapie ist aktuell nicht verfügbar.
Probenmaterial: BAL, Trachealsekret, Nasen- oder Rachenabstrich
Die Untersuchung auf HMPV mittels modernster Echtzeit-PCR (ROCHE LightCycler) führen wir täglich von Montag bis Freitag durch. In der Regel ist das Ergebnis am Folgetag verfügbar. Diese Untersuchung ist nicht Bestandteil der vertragsärztlichen Versorgung, kann aber für gesetzlich versicherte Patienten als IGeL-Untersuchung durchgeführt werden. Preis-informationen erhalten Sie bei Frau Danner-Flach, Tel. 0751-502 472.
Mit freundlichen kollegialen Grüßen,
Dr. med. Diethard Müller Dr. hum. biol. Reinhard Frodl (Tel. 0751-502 240) (Tel. 0751-502 649)
 |
 |