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Spezielle allergologische in-vitro-Diagnostik - Tryptase


Tryptase ist eine Protease mit einem Molekulargewicht von 134.000 Dalton und ist wie Histamin in den Granula von Mastzellen gespeichert. Sie ist hochspezifisch für Mastzellen, da sie nur in diesen Zellen in relevantem Maße nachweisbar ist. Tryptase wird zusammen mit Histamin bei einer schlagartigen Mastzelldegranulation, wie sie bei anaphylaktischen und anaphylaktoiden Reaktion stattfindet, in die Zirkulation freigesetzt. Durch die Tryptase-Bestimmung kann die Mastzellbeteiligung bei verschiedenen Erkrankungen nachgewiesen werden. Im Vergleich zu Histamin ist Tryptase wesentlich stabiler und die Bestimmung daher methodisch weniger kritisch. Tryptase kann im Gegensatz zu Histamin in der Zirkulation über längere Zeit, sowie auch post mortem nachgewiesen werden, wobei Serum als Untersuchungsmaterial ausreicht. Erhöhte Tryptasewerte oder ein Anstieg der Tryptasewerte können 30 min. bis zu 6 Stunden nach anaphylaktischen Reaktionen nachgewiesen werden.


Indikation für Tryptase-Bestimmung



Tryptase bei Anaphylaxien


(auf Medikamente, Nahrungsmittel, Insektenstiche usw.)Mastzelldegranulation kann erfolgen als:

• Reaktion des Antigens mit mastzellgebundenem Immunglobulin E
• "anaphylaktoide" Reaktion (antikörperunabhängige Mastzelldegranulation unter Einwirkung verschiedener Substanzen)

Tryptase kann auch in postmortalen Seren bestimmt werden, wenn Mastzellbeteiligung bei Anaphylaxien als Todesursache festgestellt werden soll.


Tryptase bei Mastozytosen


Bei den Mastozytosen kommt es zu einer übermäßigen Vermehrung der Gewebsmastzellen, die optisch nicht immer in Erscheinung treten muß. Die klinischen Symptome entstehen durch die Freisetzung von biologischen aktiven Metaboliten und durch die pathologischen Zellinfiltrate in diversen Organen. Als selektiver Marker der Mastzellen kann die Tryptase für die Diagnostik und das Therapiemonitoring eingesetzt werden.


Tryptase bei Insektengiftallergie


Bei Patienten mit besonders schweren, anaphylaktischen Reaktionen auf Insektenstiche werden in etwa 25 - 30 % erhöhte basale Tryptase-Spiegel gefunden, während solche Befunde bei Patienten mit weniger schweren Reaktionen selten sind. Bei fast allen Patienten mit Insektengiftallergie und erhöhtem Tryptase-Spiegel fand sich eine Mastozytose, die z. T. vorher nicht aufgefallen war.

Durch die Bestimmung der Tryptase ist die Identifizierung eines Hochrisikokollektivs möglich, bei dem das Hyposensibilisierungsregime angepasst und lebenslang durchgeführt werden sollte.


Untersuchungsmaterial & Referenzbereich


Untersuchungsmaterial:

0,5 ml Serum (ausschließlich)

(bei Anaphylaxien 2 Folgeseren innerhalb 3 Stunden, sofern möglich)

Referenzbereich:

< 13,5 μg/l

 

(Literatur beim Verfasser)

 

Februar 2002

Dr. med. Ursula Weber
Ärztin für Laboratoriumsmedizin
Ärztin für Kinderheilkunde-Allergologie
Tel.: (0751) 502 - 210