


Die Bestimmung der Konzentration des Gesamt-Bilirubins beim Neugeborenen wird in den meisten Kinderkliniken derzeit aus Kapillarblut mit einem direkten spektrophotometrischen Verfahren durchgeführt. Dabei erfolgt die Messung direkt in der Blutentnahme-Kapillare in einem sogenannten Bilirubinometer, nachdem die Kapillare vorher zentrifugiert wurde. Grundlage der Methode ist die Tatsache, daß die Bilirubinkonzentration proportional ist zur Absorption des Plasmas bei 455 nm. Die parallele Messung der Probe bei 575 nm (Absorption von Oxy-Hämoglobin) eliminiert die spektrale Interferenz von anwesendem Hämoglobin.
Diese Bilirubinbestimmung ist zulässig bis zu einem Alter von 3 Wochen. Danach wird die Messung durch den zunehmenden Gehalt des Plasmas an Pigmenten verfälscht. Bestimmt werden kann nur die Gesamtkonzentration des Bilirubins und nicht der Anteil des direkt reagierenden (konjugierten) Bilirubins.
Bei der klassischen chemischen Bestimmung des Bilirubins wird Bilirubin zu einem Azofarbstoff umgesetzt und dessen Absorption photometrisch gemessen. Mit dieser Methode kann zwischen gesamtem und direkt reagierendem (konjugiertem) Bilirubin differenziert werden.
Für die Verlaufskontrolle der Bilirubinkonzentration in der Neugeborenenperiode ist die Messung in der Kapillare sehr gut geeignet.
Da die Mütter heute immer früher aus der geburtshilflichen Klinik entlassen werden, müssen notwendige Bilirubin-Kontrollen häufiger durch den niedergelassenen Kinderarzt durchgeführt werden.
Zur Vermeidung von venösen Blutentnahmen bei Neugeborenen und um die gleiche Messtechnik wie in den Kliniken zu gewährleisten, bieten wir interessierten Pädiatern die Möglichkeit, Kapillaren mit Blut von Neugeborenen einzuschicken, in denen dann direkt die Bilirubinbestimmung erfolgt.
Wir setzen dazu ein auf modernen Grundlagen entwickeltes Bilirubinometer ein und kontrollieren die Analytik nach den Richtlinien der Deutschen Gesellschaft für Klinische Chemie.
Die entsprechenden Kapillaren und Kitt zum Verschließen der Kapillaren können über unseren Versand angefordert werden. Telefonnummer Versand: 0751/502-40. 

- Mit einem alkoholgetränkten Tupfer wir die Entnahmestelle gesäubert und desinfiziert.
- Mit einer sterilen Lanzette wird 2 - 3 mm senkrecht in die Haut der seitlichen Fersenpartie gestochen, dabei sollten die Zehen nach oben zeigen.
- Den ersten Bluttropfen mit einem sterilen Tupfer abwischen.
- Eine Kapillare waagerecht in den Bluttropfen halten, bis sie sich blasenfrei gefüllt hat.
- Ein Ende der Kapillare mit der Verschlußmasse abdichten. Dazu Kapillare waagerecht halten und in die senkrecht gehaltene Verschlußmasse eindrücken und unter Drehen wieder herausnehmen.
- Zur Sicherheit 2 Kapillaren füllen.
- Für den Transport die verschlossenen Kapillaren in ein Röhrchen stecken (z. B. leere Monovette) und dieses dann wieder in die dafür vorgesehene lichtdichte Hülse aus Pappe.
- Nicht vergessen: Name und Geburtsdatum des Patienten auf das Röhrchen kleben.
- Kapillaren, Verschlußmasse und lichtdichte Versandhülsen können über unseren Versand angefordert werden (Tel. 0751/502-40).

Durchführung der Analyse: Montag bis Freitag 7.30 Uhr bis 18.00 Uhr, Samstag 8.00 Uhr bis 12.00 Uhr und im Bereitschaftsdienst Samstag 15.30 Uhr bis 18.00 Uhr (für Samstagnachmittag Kennzeichnung als Notfalluntersuchung erforderlich).

Oktober 1999
Dr. med. Ursula Weber
Kinderärztin und Ärztin
für Laboratoriumsmedizin
Tel. (0751) 502-210
Dr. med. Jürgen Viering
Arzt für Laboratoriumsmedizin
Tel. (0751) 502-245
in Zusammenarbeit mit
Professor Dr. Irene Witt  |