Wir über unsLeistungsverzeichnisDiagnostikFachinfosPatienteninfosHygieneServiceDFÜKontakt
LaboReport 49
LaboReport 48
LaboReport 46
LaboReport 45
LaboReport 44
LaboReport 43
LaboReport 42
LaboReport 41
LaboReport 40
LaboReport 38
LaboReport 37
LaboReport 36
LaboReport 35
LaboReport 34
LaboReport 33
LaboReport 32
LaboReport 31
LaboReport 30
LaboReport 29
LaboReport 28 akt.
LaboReport 28
LaboReport 27
LaboReport 26
LaboReport 25
LaboReport 24
LaboReport 22
LaboReport 21
LaboReport 20
LaboReport 19
LaboReport 18
LaboReport 17
LaboReport 16
LaboReport 15
LaboReport 14
LaboReport 13
LaboReport 12
LaboReport 11
LaboReport 10
LaboReport 9
LaboReport 8
LaboReport 7
LaboReport 6


LaboReport 11



HPV-DNA-Nachweis


Testung auf Humane Papilloma-Viren im Zervixabstrich

Das Zervixkarzinom ist weltweit die zweithäufigste Krebserkrankung bei Frauen, in Deutschland liegt es mit einem Anteil von ca. 4% bei den Krebsneuerkrankungen an 6.-7. Stelle. Durch die Einführung des zytologischen Screenings hat die Inzidenz in den letzten 30 Jahren deutlich abgenommen.


Der Wert des zytologischen Screenings wird jedoch eingeschränkt durch methodische Unzulänglichkeiten:


Fehler bei der Probengewinnung
menschliche Fehler beim Screening

Daraus resultiert eine relativ niedrige Sensitivität, die wahrscheinlich eher um 50% liegt (1), bei allerdings hoher Spezifität (97-99%).


Vorteile einer zusätzlichen Untersuchung auf HPV-DNA


Die Bedeutung der humanen Papilloma-Viren (HPV) als Auslöser des Zervixkarzinoms kann heute als bewiesen angesehen werden. Die Übertragung der Viren erfolgt durch sexuellen Kontakt. Von den über 60 HPV-Typen werden die Typen 16 und 18 als sicher karzinogen eingestuft, die Typen 31, 33 und 35 als wahrscheinlich karzinogen. Nach der Korrelation mit dem klinischen Erscheinungsbild kann man 2 Gruppen von HPV-Typen definieren:


"high risk"-Typen (16, 18, 31, 33, 35, 39, 45, 51, 52, 56, 58, 59 und 68), die hauptsächlich mit hochgradigen zervikalen intraepithelialen Neoplasien (CIN) und invasiven Zervixkarzinomen assoziiert sind,
"low risk"-Typen (6, 11, 42, 43 und 44), die hauptsächlich in genitalen Kondylomen und niedriggradigen CIN, nicht aber bei invasiven Karzinomen gefunden werden.

Der Nachweis von HPV-Typen der ersten Gruppe ("high risk") in zervikalen intraepithelialen Läsionen zeigt ein hohes Progressionsrisiko an! Auch bei unauffälliger Zytologie besteht ein erhöhtes Risiko der Karzinomentstehung! In einer prospektiven Studie (2) war bei Nachweis von HPV der Typen 16 oder 18 das Risiko der Entwicklung einer CIN 2 oder 3 innerhalb von 2 Jahren auf das 11fache erhöht.


Indikationen zum HPV-DNA-Nachweis


unklare zytologische Befunde (Pap IIw, III), sowie beim Nachweis von Veränderungen, die auf eine HPV-Infektion hindeuten
Abklärung unklarer histologischer Befunde und bei niedriggradigen CIN
Abklärung nicht korrelierender kolposkopischer Befunde
Z. n. Konisation

Beim zytologischen Befund einer höhergradigen CIN oder eines Karzinoms erübrigt sich im allgemeinen eine Untersuchung auf HPV-DNA, da in jedem Fall eine invasive Therapie indiziert ist.

Der Einsatz des HPV-Nachweises zum Primärscreening ist wegen der hohen Durchseuchung und der spontanen Rückbildungsrate der Infektion von ca. 80% nicht zu empfehlen. Auf Grund des hohen negativen Vorhersagewertes bei fehlendem Nachweis von HPV-DNA kann aber im Einzelfall vor allem bei Frauen über 30 Jahren erwogen werden, den Test auch im Screening mit einzusetzen und bei fehlendem HPV-DNA-Nachweis eine Verlängerung der Untersuchungsintervalle in Betracht zu ziehen (dabei sollte aber die Notwendigkeit regelmäßiger Vorsorgeuntersuchungen auf Brustkrebs nicht vernachlässigt werden).


Bedeutung des Nachweises von HPV-DNA


Für die Untersuchung des Abstrichmaterials werden 2 Gensonden verwendet,


eine Sonde erfasst die HPV-Typen 6, 11, 42, 43 und 44 ("low risk"),
die andere die HPV-Typen 16, 18, 31, 33, 35, 39, 45, 51, 52, 56, 58, 59 und 68 ("high risk").

Der Nachweis von "low risk"-Typen hat keine therapeutischen Konsequenzen. Beim Nachweis von "high risk"-Typen wird in Abhängigkeit vom Grad der zytologischen Veränderungen folgendes Vorgehen empfohlen::


bei PAP IIw/III und "high risk"-Typen: regelmäßige Kontrolle alle 3 Monate, bei Persistenz über 1-2 Jahre invasive Therapie (Konisation)
(bei "low risk"-Typen: zytologische Kontrolle empfohlen)
bei PAP IIID und "high risk"-Typen: regelmäßige Kontrolle alle 3 Monate, bei Persistenz über 1-2 Jahre invasive Therapie (Konisation)
(bei "low risk"-Typen: zytologische Kontrolle nach 3 Monaten)
bei PAP IV/V: invasive Therapie

Negative Testergebnisse (kein Nachweis von Virus-DNA) können auch bei sehr niedriger Virus-Last auftreten, eine niedrige Virus-Last scheint aber auch mit geringerer Tendenz zur Progression zu korrelieren. Die Sensitivität der DNA-Sonden (88-100%) ist der PCR (81-100%) vergleichbar.

Durch die Untersuchung auf HPV-DNA kann eine höhere Sensitivität beim Screening erreicht werden, die Risikoabschätzung erlaubt ein individuelles Vorgehen bei Kontrolluntersuchungen bzw. invasiver Therapie und bei der Beratung der Patientinnen.


Hinweise zur Probenentnahme


Untersucht werden können Zervixabstriche, zervikales Ausschabungsmaterial und Biopsiematerial.
 
Beim Abstrich sollte der äußere Muttermund zunächst mit einem Tupfer von Schleim und Eiter gereinigt werden, dann wird mit dem im speziellen Abstrichbesteck enthaltenen Dacrontupfer unter festem Druck ein Abstrich aus Zervixkanal und Transformationszone entnommen.
 
Der Tupfer wird in das mit dem Patientennamen und Geburtsdatum beschriftete Röhrchen mit dem Transportmedium gegeben und der Schaft am Röhrchenrand abgebrochen. Das Röhrchen wird fest verschlossen und kann dann ins Labor eingesandt werden.
 
Ausschabungsmaterial sollte sofort in 0,01M phosphatgepufferter NaCl-Lösung (pH 7,0 - 7,2) gewaschen werden, nach dem Abzentrifugieren (269 g, 10 - 15 Minuten bei Raumtemperatur) wird das Sediment in Transportmedium resuspendiert.
 
Biopsiematerial muss sofort in Transportmedium überführt und bei -20°C eingefroren werden.
 
Die speziellen Abstrichbestecke und Hinweis-Blätter für die Probenentnahme können über unsere Kundenbetreung (Tel. 0751/502-40) bezogen werden.


Literatur:


  1. Zervixkarzinom, HPV-Infektion und Screening Dtsch Ärztebl 2003; 100: A 132-136 [Heft 3]
  2. I.A.Koutsky, K.K.Holmes, C.W.Critchlow et al.:
    Cohort study of risk of cervical intraepithelial neoplasia grade 2 or 3 associated with cervical papillomavirus infection
    N Engl J Med 327: 1272-1278, 1992

 

April 1998 / Aktualisiert 2003

Dr. Klaus Upowsky
Arzt für Laboratoriumsmedizin
Zytologe
Tel.:(0751)50 22 65