
Seit Anfang der zweiten Maiwoche treten vor allem im Norden Deutschlands gehäuft Durchfallerkrankungen durch EHEC (Enterohämorrhagische Escherichia coli) mit teilweise schwerer Verlaufsform, dem Hämolytisch-urämischen Syndrom (HUS) auf. Dabei kann es zu blutigen Durchfällen, hämolytischer Anämie, Thrombozytopenie und Nierenversagen kommen. 

In unserem Labor wird die Untersuchung auf EHEC mittels Polymerase-Kettenreaktion (PCR zum Nachweis der Shigatoxine 1 und 2) nach kultureller Anreicherung durchgeführt. Dies ist die derzeit empfohlene Methode mit der höchsten Sensitivität und Spezifität. Als Untersuchungsmaterial benötigen wir Stuhlproben (bevorzugt durchfällige und schleimig-blutige Anteile, idealerweise 3 Stuhlproben von verschiedenen Defäkationen zur Steigerung der Sensitivität). Die Untersuchungsdauer beträgt 2 Tage. Die Untersuchung ist gesondert anzufordern, da sie nicht routinemäßig im Untersuchungsprogramm auf patho-gene Darmkeime enthalten ist. Screening-Untersuchungen bei asymptomatischen Patienten ohne konkreten Infektionsverdacht werden nicht empfohlen. Bei dennoch bestehendem, dringendem Wunsch auf eine EHEC-Untersuchung, kann die Diagnostik als IGeL-Leistung durchgeführt werden.
Wichtig: Es besteht eine Meldepflicht nach Infektionsschutzgesetz. Bitte geben Sie bei Kassenpatienten die Ausnahmeziffer 32006 auf der Anforderung mit an.


Nach § 6 IfSG ist der Krankheitsverdacht, die Erkrankung sowie der Tod an enteropathischem hämolytisch-urämischem Syndrom (HUS) namentlich meldepflichtig. Weiterhin ist nach § 6 IfSG der Verdacht auf und die Erkrankung an einer mikrobiell bedingten Lebensmittelvergiftung oder an einer akuten infektiösen Gastroenteritis meldepflichtig, wenn eine Person betroffen ist, die eine Tätigkeit im Sinne des § 42 IfSG ausübt oder wenn zwei oder mehr gleichartige Erkrankungen auftreten, bei denen ein epidemischer Zusammenhang wahrscheinlich ist oder vermutet wird.
Nach § 7 IfSG besteht Meldepflicht für den direkten und indirekten Nachweis von Escherichia coli, enterohämorrhagische Stämme (EHEC). Diese Meldung erfolgt durch das Labor.


Infektionen können unerkannt und klinisch unauffällig verlaufen. Es kann aber auch zu wässrigen, unblutigen Durchfällen kommen mit Übelkeit, Erbrechen, selten Fieber. Bei 10-20% der Erkrankten entwickelt sich eine hämorrhagische Kolitis mit blutigem Stuhl. Bei 5-10% der symptomatischen EHEC-Infektionen kann es zu hämolytischen Anämien, Thrombozytopenie und Nierenversagen (HUS) kommen. In der Akutphase liegt hier die Letalität bei ca. 20%. 

Die Therapie kann nur symptomatisch erfolgen, eine antibiotische Therapie wird nicht empfohlen. Bei Vorliegen von HUS erfolgen forcierte Diurese, Hämo- oder Peritonealdialyse. 

 | Rohmilch vor dem Verzehr abkochen
|  | Hände gründlich mit Seife waschen vor der Zubereitung von Speisen, nach Kontakt mit rohem Fleisch und rohem Obst und Gemüse
|  | Rohes Fleisch getrennt von anderen Lebensmitteln lagern und zubereiten
|  | Flächen und Küchengeräte nach Kontakt mit rohem Fleisch oder deren Verpackungen sowie rohem Obst und Gemüse gründlich reinigen
|  | Rohes Gemüse und Obst schälen oder gründlich waschen
|  | Erhitzungsverfahren wie Kochen und Braten töten EHEC ab, wenn für mindestens 10 Minuten eine Temperatur von mindestens 70 °C im Kern des Lebensmittels erreicht wird |

Weitere Informationen erhalten Sie auf den Webseiten des Robert-Koch Institutes (RKI): www.rki.de Gute Tipps zur Vermeidung lebensmittelbedingter Erkrankungen erhalten Sie auf den Seiten des Bundesinstitutes für Risikobewertung: www.bfr.bund.de
Stand: 5-2011

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