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Hygiene



Hygienische Überprüfung von Wasser



Trinkwasser

Nach Trinkwasserverordnung ist eine Untersuchung pro Abgabe von 30.000 m³ erforderlich, in Krankenhäusern und Arztpraxen genügen jedoch Stichproben.

Probenentnahme:


Wasserhahn, wenn möglich, mit einer Bunsenbrennerflamme (oder Campinggas) kurz abflammen.
Leitungswasser vor Probenentnahme ca. 5 min. laufen lassen.
sterile 250 ml Flasche (bitte anfordern) in den laufenden Strahl halten und füllen, dabei sind Sekundärkontaminationen zu vermeiden.
Proben sofort kühl stellen.
Proben sollten innerhalb von 6 Stunden gekühlt im Labor aufgearbeitet werden.

Ergebnis:

E. coli, coliforme, Fäkalstreptokokken oder pathogene Keime dürfen nicht nachweisbar sein. Die Keimzahl darf bei Trinkwasser vor Desinfektion 100 KBE/ml (Bebrütung bei 20°C und 36°C) nicht überschreiten, bei Trinkwasser nach Desinfektion liegt die Grenze bei 20 KBE/ml bei 20° C und 100 KBE/ml bei 36°C. Für Trinkwasser aus Wasserbehältern liegen die Grenzwerte bei 100 KBE/ml bei 36°C und 1000 KBE/ml bei 20°C.


Badewasser


Die wichtigste Keimquelle für das Badewasser ist der Badende selbst (z.B. können innerhalb von 3 min. durch Abschwemmung von der Körperoberfläche ohne Verwendung von Seife
bis zu 6,5 x 108 Keime abgegeben werden). Die Untersuchung sollte einmal monatlich erfolgen. Dies gilt sowohl für Schwimmbecken als auch für Bewegungsbäder.

Probenentnahme:


Hautdesinfektion der Hand und des Unterarms.
Entnahme von Füllwasser und Beckenwasser im Ablaufbereich 50 cm vom Beckenrand aus 50 cm Tiefe in ein steriles 250 ml Gefäß (bitte anfordern).
Proben sofort kühl stellen.
Proben sollten innerhalb von 6 Stunden gekühlt im Labor aufgearbeitet werden.

Ergebnis:

E. coli oder Pseudomonas aeruginosa, in Sonderfällen zusätzlich Legionella pneumophila dürfen nicht nachweisbar sein. Die Koloniezahl darf 100 KBE/ml (Bebrütung bei 20°C und 36°C) nicht überschreiten. Der Nachweis von E. coli und coliformen Keimen dient als Indikator für faekale Verunreinigung. Pseudomonas aeruginosa ist Indikatorkeim für mangelnde Filterwartung. Weitere Informationen entnehmen Sie bitte unserem Informationsblatt zu DIN 19643-1 - Aufbereitung von Schwimm- und Badebeckenwasser.


Wasser aus medizinischen Geräten


Verschiedene medizinische Geräte, z.B. Beatmungsgeräte, Sprudlertöpfe von Sauerstoffgeräten, Inhalatoren, Inkubatoren oder Vernebler, können zum Erregerreservoir besonders für sog. Feuchtkeime (Pseudomonaden und Enterobakterien) werden.

Probenentnahme:


Probenmenge muß repräsentativ für die Gesamtflüssigkeitsmenge sein, üblicherweise ca. 20 ml, bei Inkubatoren empfiehlt es sich, ca. 100 ml zu untersuchen.
Entnahme mit einer 20 ml Einwegspritze und Umfüllen in ein steriles Sekundärgefäß.
Proben bis zum Versand kühl stellen.

Ergebnis:

Inkubatorwasser sollte Trinkwasserqualität haben (s.o.). Bei allen anderen Wasserproben kein Nachweis von pathogenen Keime (Beschickung mit sterilem Wasser!).


Dialysat


Wasserproben (entmineralisiert) und Dialysat sollten alle 3-6 Monate untersucht werden.

Probenentnahme:


die Wasserprobe ist vor Eintritt in die Maschine bzw. den Tank zu entnehmen, das Dialysat nach Anwendung im Gerät, Menge jeweils ca. 250 ml.
Proben sofort kühlstellen (Aufbewahrung im Kühlschrank für max. 24 Stunden zulässig).

Ergebnis:

Für die Wasserprobe sind max. 100 KBE/ml, für die Dialyseflüssigkeit nach Dialyse max. 1000 KBE/ml zulässig.


Warmwasser auf Legionellen


Legionellen werden vor allem über Aerosole übertragen, besonders also beim Duschen mit heißem Wasser.

Probenentnahme:


Warmwasser, bevorzugt aus Duschköpfen oder einem zentralen Warmwasserboiler, direkt in ein steriles 100 ml oder 250 ml Probenentnahmegefäß einlaufen lassen.
Proben sind bei Raumtemperatur zu lagern und unverzüglich ins Labor zu geben.

Ergebnis:

Infektionsgefahr ist allgemein erhöht bei 1x10000 Legionellen/100 ml, bei abwehrgeschwächten Patienten ist diese Gefahr bereits bei geringeren Keimzahlen gegeben.