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IGeL - Patienten-Information HORMONSTATUS DER FRAU



Sehr geehrte Patientin,

die Lebenserwartung in zivilisierten Ländern steigt ständig. Die Optimierung der Gesundheit im Alter ist eine zunehmend bedeutsame Aufgabe moderner Medizin. Basis für eine Beurteilung ist die genaue Kenntnis der aktuellen Hormonkonzentrationen während des Alterungsprozesses. Mögliche Defizite oder Fehlsteuerungen müssen erkannt werden, bevor eine Gegensteuerung zu überlegen ist. Hormone regulieren den Alterungsprozess, und eine genaue altersbezogene Abstimmung der Konzentration hat direkten Einfluss auf die Lebensqualität. Je älter wir werden, desto wichtiger wird die Frage, ob in diesem Bereich ein harmonisch abgestimmtes "Miteinander der Hormone" sichergestellt ist.

Rund 3 Jahrzehnte befindet sich der weibliche Organismus in einem hormonellen Auf und Ab. Hormongesteuert trifft der Körper monatlich Vorbereitungen für eine mögliche Empfängnis. Circa 30 bis 40 Jahre stellt er sich wieder um, wenn sich kein befruchtetes Ei in der Gebärmutter einnistet. Spezielle Hirnareale kontrollieren über chemische Botenstoffe die Funktion der Eierstöcke, welche in der gebärfähigen Lebensphase im monatlichen Rhythmus die Sexualhormone der Frau produzieren.

Unterschiedliche Hormone regulieren dabei nicht nur die Reifung der Eizellen und die Anpassung der Gebärmutter an eine mögliche Schwangerschaft: Sie beeinflussen auch viele Stoffwechselvorgänge - und vor allem auch die Psyche.

Nicht nur der Menstruationszyklus, sondern auch Körpergefühl und seelisches Befinden, unterliegen einer direkten hormonellen Steuerung. Eine bewusste Beeinflussung durch die Frau ist nicht möglich. Auch unerfüllter Kinderwunsch erfordert eine genaue Analyse des Hormonhaushalts. Es sollte aber nicht unerwähnt bleiben, dass ca. 50 % der Kinderlosigkeit auf hormonelle und andere Störungen bei den Männern zurückzuführen ist.
 


Wechseljahre


Hormone haben also eine zentrale Bedeutung für das biologische Alter. Anti-Aging-Konzepte sollten auf Basis einer breiten Diagnostik ansetzen, um Fehlregulationen entgegenzuwirken.

Die Wechseljahre bedeuten für viele Frauen eine "hormonelle Revolution". Im Alter von ca. 45 bis 50 Jahren reagieren die Eierstöcke nicht mehr auf die chemischen Botschaften aus dem Gehirn. Die Hormonproduktion beginnt zu schwanken und kann verfrüht gänzlich aufhören. Es werden oftmals unangenehme Beschwerden auslöst: Hitzewallungen, Gereiztheit, Leistungsabfall, seelische Dysbalance, Libidostörungen bis hin zu schwer depressiven Phasen.


Diagnostisches Vorgehen


Mit Hilfe von aufwendigen Laboruntersuchungen kann der Arzt eine auf die individuellen Bedürfnisse der Patientin abgestimmte Behandlungsstrategie erarbeiten.

Um sehr differenziert vorgehen zu können, ist eine genaue Analyse unter Berücksichtigung der Eierstockfunktion unerlässlich. Eine bereits bestehende Hormonsubstitution muss dabei selbstverständlich zur Beurteilung herangezogen werden. Ein sehr vorsichtiges Vorgehen ist erforderlich, wenn neueste und auch sehr kritische Forschungsergebnisse einbezogen werden sollen. Ein Handeln nach "Schema F" ist undenkbar, da mehrere Hormonregelkreise Beachtung finden müssen. Eine altersbedingte, schleichende und oft unbemerkte Unterfunktion der Schilddrüse z. B. muss bei Erstellung von Anti-Aging-Konzepten ebenso Beachtung finden.


Die wichtigsten Hormone


Prämenopausal sind andere Hormonkonstellationen zu beachten als postmenopausal.

Dies erfordert zwei unterschiedliche diagnostische Strategien. Das Hormon Östron ist in der Postmenopause wichtig zur Kontrolle oder Steuerung einer Hormonersatztherapie. Die Bestimmung von Progesteron nach Erlöschen der Eierstockfunktion bzw. unter Hormonsubstitution ist nicht sinnvoll.

Welche Hormone haben wichtige Steuerungsfunktionen und geben im Zusammenhang mit Anti-Aging-Analysen eine Aussage zum Stand des Alterungsprozesses?

Östradiol als wirksamstes weibliches Geschlechtshormon gibt Aufschluss über den Funktionsgrad der Eierstöcke und somit auch Informationen zum Stand auf der "Zeitachse" der Wechseljahre. Es wirkt einer Osteoporose entgegen, senkt das Risiko für eine Arteriosklerose und damit auch das Risiko für Herz- und Kreislaufschäden. Eine Abnahme der Konzentration in den Wechseljahren lässt Haut und Schleimhäute austrocknen und faltig werden. Auch vaginale Trockenheit, Geruchs- und Geschmacksstörungen können einen Mangel signalisieren. Dieses Hormon kommt häufig zur Behandlung von Beschwerden in den Wechseljahren zum Einsatz.

Progesteron steuert die Wandlung der Gebärmutterschleimhaut in der zweiten Zyklushälfte. Es stabilisiert Knochen, fördert die Kollagenbildung und wirkt damit einer Faltenbildung und Zellulitis (so genannte "Orangenhaut") entgegen. Ein Mangel kann zu vermehrter Flüssigkeitseinlagerung im Gewebe mit Spannungsgefühl in den Brüsten sowie seelischen Dysbalancen und Gereiztheit führen.

DHEA-S (Dehydroepiandrosteron-Sulfat) ist ein im Blut zirkulierendes Vorhormon, aus dem der Organismus Testosteron und Östradiol bildet. Anti-Aging-Konzepte geben ihm eine wichtige Funktion bei Steuerung und Verlauf des Alterungsprozesses (DHEA wird in Deutschland als Arzneimittel eingestuft, kann in den USA aber rezeptfrei in Drogerien gekauft werden!).

LH (Luteinisierendes Hormon) und FSH (Follikelstimulierendes Hormon) sind für die Bildung der Geschlechtshormone verantwortlich. Sie stellen wichtige Kontrollparameter für eine Hormonbehandlung in den Wechseljahren dar.

TSH (Schilddrüsen-Stimulierendes Hormon) wird in der Hirnanhangsdrüse produziert und stellt einen Botenstoff in diesem Regelkreis dar. Es regt die Produktion von Schilddrüsenhormonen an. Eine Unterfunktion der Schilddrüse im Alter verläuft oft schleichend, dies kann unter anderem zu Antriebsarmut und Müdigkeit führen. Nicht nur fortschreitendes Alter kann also "schlapp machen", sondern eventuell auch eine unerkannte Schilddrüsen-Unterfunktion! Dies macht verständlich, warum im Rahmen eines Anti-Aging-Konzeptes eine Bestimmung des TSH-Spiegels erforderlich ist.

Testosteron ist eigentlich das wichtigste männliche Geschlechtshormon, kommt aber auch im weiblichen Organismus vor und kann dort Fehlregulationen auslösen.

SHBG (Sexualhormonbindendes Eiweiß): 98 Prozent des Testosterons sind im Blut an Proteine gebunden, insbesondere an das Eiweiß SHBG. Da jedoch nur die restlichen 2 Prozent des nicht an Protein gebundenen Testosterons biologisch aktiv sind, kann durch Bestimmung des SHBG indirekt die Konzentration des freien Testosterons ermittelt werden.


 

Viele medizinische Fragen verbergen sich im oben genannten Themenkreis.

Bitte sprechen Sie uns an, wir beraten Sie gern.

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