


Bei Blutalkoholbestimmungen keine alkoholhaltigen Desinfektionsmittel (auch kein Isopropanol) verwenden! Die Verwendung z. B. von Peressigsäure ist angezeigt. Störfaktoren führen zu in vitro-Veränderungen der Meßgröße im Labor. 

Fehlermöglichkeiten bei der Venenpunktion: 
 | zu lange Stauung: Freisetzung von Gewebsthromboplastin (Gerinnungsaktivierung), Kaliumzunahme im Serum bis 20 % (Hämokonzentration durch Flüssigkeitsaustritt ins Interstitium), lokale Lactatanreicherung (Laktazidose und Transmineralisierung). Optimal sollte die Stauung nur etwa 30 Sekunden dauern, möglichst nicht länger als 3 Minuten. Ammoniak und Laktat sollten ohne Stauung abgenommen werden. Bei Bestimmung von Gerinnungsparametern maximal 30 Sekunden stauen!
|  | Unsicherheit bei der Venenpunktion (Stochern): Freisetzung von Gewebsthromboplastin (Gerinnungsaktivierung) und verstärkte Hämolyse. Plattenepithelien in der Probe (SCC-Anstieg).
|  | Kräftiges Aspirieren mit der Spritze: verstärkte Hämolyse, die eine Freisetzung erythrozytärer Bestandteile zur Folge hat (Kalium, GOT, SP, LDH, gerinnungsaktive Bestandteile) und zur Störung der Creatinin- oder photometrischen Bestimmung führt.
|  | Blutentnahme aus Infusionskanüle oder Katheter (möglichst vermeiden, sonst vorher mindestens dreifaches Totvolumen abnehmen und verwerfen!). Erhöhte Mineralien- und Glukosewerte möglich (je nach vorher infundierter Infusionslösung), fehlerhafte Gerinnungswerte durch Heparinreste! |


Je nach Anforderungsparameter muß das richtige Entnahmeröhrchen gewählt werden. In der Regel erfolgt die Blutentnahme in geschlossene Entnahmesysteme (z. B. Monovetten®, Vacutainer® -Röhrchen) mit oder ohne Zusatz von gerinnungs- (EDTA, Citrat, Heparin) oder glykolysehemmenden (Natriumfluorid) Stoffen.
Für hämatologische, molekulargenetische sowie Hb-Bestimmungen (HbA1, HbA2, Hb-Elektrophorese) und die Lymphozytendifferenzierung wird EDTA-Blut benötigt.
EDTA-Blut ist darüberhinaus für die Messungen von Cyclosporin A, Blei, Lindan und Chlorkohlenwasserstoffen (CKW: nur Versand in gasdichtem Spezialgefäß!) nötig. 
| Haltbarkeit des EDTA-Blutes für verschiedene Laboruntersuchungen |
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Raumtemperatur
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2 - 4h
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Differentialblutbild Thrombozytenzählung *
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Raumtemperatur
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8h
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Lymphozytensubpopulationen
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Raumtemperatur bzw 2°C - 8°C
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8h bzw 24h
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Leukozytenzählung* Erythrozytenzählung* Hämoglobinbestimmung* Hämatokritbestimmung* HbA1-Bestimmung
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* Nach Empfehlung der Kleingruppen Präanalytik der DGKCh + DGKL anderer Zeiten
EDTA-Plasma wird unmittelbar nach der Blutentnahme im EDTA-Röhrchen abzentrifugiert.
Auf dem Begleitschein ist die Art des eingesandten Untersuchungsmaterials zu vermerken. 
Für die gängigen Gerinnungsuntersuchungen (z. B. Quick-Wert) wird Citratblut (1 Teil Natriumcitrat-Lösung. [0,11 mol/l] + 9 Teile Venenblut) benötigt: 
 | eine falsche Citrat-Plasma-Relation ergibt falsch-niedrige (zu großer Citrat-Anteil) bzw. falsch-hohe/normale Gerinnungswerte
|  | um eine Teilgerinnung im Röhrchen zu vermeiden, muß das entnommene Blut durch mehrmaliges vorsichtiges Umschwenken (Schaumbildung vermeiden!) des Röhrchens unmittelbar nach der Abnahme mit der Citratlösung sorgfältig gemischt werden. |

Gerinnungsuntersuchungen sollten innerhalb von 3-4 Stunden nach der Blutentnahme im Labor durchgeführt werden, sonst muß tiefgefrorenes Citratplasma eingesandt werden. 
 | Citratplasma wird gewonnen, indem nach der Blutentnahme in das Citratröhrchen dieses bei ca. 3000 U/min. (1500 g) für 10 Minuten zentrifugiert wird (thrombozytenarmes Plasma nötig; sonst falsch-hohe/normale Gerinnungswerte!).
|  | für die Protein-S- und Lupusantikoagulanz-Bestimmung muß das Citratplasma möglichst thrombozytenfrei (doppelte Zentrifugation des Überstands bei 2000 g für jeweils 10 Minuten) e ingefroren werden.
|  | wird Citratplasma eingefroren, sollte es heparinfrei sein. |

Heparinblut wird nur für einige ausgewählte Untersuchungen, wie z. B. funktionelle Granulozyten-Tests (Phago-Test, Burst-Test) verwendet. Fluoridblut (Verwendung von Abnahmeröhrchen mit Zusatz des Glykolysehemmers Natriumfluorid) wird für die Bestimmung von Glukose im Serum verwendet. Für die Laktatbestimmung sollte Liquor auch möglichst im Fluoridröhrchen eingesendet werden. Fluoridplasma wird zur Laktatbestimmung im Serum verwendet. Die Blutentnahme sollte für die Laktatbestimmung aus der ungestauten Vene erfolgen und das Fluoridplasma innerhalb von 2 Stunden nach der Entnahme abzentrifugiert werden. 

Für eine Reihe von Analyten, deren quantitative Ausscheidung im Urin gemessen werden soll, wird Sammelurin benötigt. Das Sammeln des Urins sollte in einem sauberen Gefäß erfolgen, welches frei von Reinigungsrückständen und möglichst lichtundurchlässig sein soll. Hinweise auf Verwendung von Konservierungsmitteln (z. B. 30 ml 5 %ige Salzsäure bei Katecholaminbestimmung im Urin) sind dem Leistungsverzeichnis des Labors Dr. Gärtner & Kollegen zu entnehmen.
Beispiel für Sammeln eines 24-Stunden-Urins: 
 | morgens um 8.00 Uhr Blase in Toilette entleeren (diesen Urin noch nicht sammeln!)
|  | 24 Stunden lang alle Urinportionen in ein Gefäß sammeln; ggf. Konservierungsmittel zur ersten Urinportion geben
|  | am nächsten Tag um 8.00 Uhr noch einmal Blase entleeren (diese Urinportion gehört noch zum Sammelurin!)
|  | am Ende der Urinsammelperiode wird das Gesamtvolumen (einschließlich des eventuell zugesetzten Konservierungsmittels) gemessen, der Urin gut durchgemischt und eine Teilmenge (Aliquot) zur Untersuchung gesendet |

Auf dem Begleitschreiben sind die Dauer der Sammelperiode, die gemessene Uringesamtmenge und das eventuell zugesetzte Konservierungsmittel zu vermerken. 

Als Grundregel gilt, daß für die meisten klinisch-chemischen Analysen Vollblut weder gelagert noch mit der Post versandt werden darf (Ausnahme z. B. Alkoholbestimmung im Blut; Blutgruppenbestimmung). Die Trennung des Blutkuchens mit den zellulären Bestandteilen (Blutkörperchen) vom Serumüberstand ist notwendig, um einen Übertritt von Zellinhaltsstoffen in das Serum zu verhindern. Daher schließt sich an die venöse Blutentnahme i. d. R. die Serumgewinnung an.
Wichtig: abgeschlossene Gerinnung, bevor Serum abzentrifugiert wird, sonst Nachgerinnung im Labor! 
 | das abgenommene Blut bleibt im Abnahmeröhrchen, das möglichst vollständig mit Blut gefüllt sein sollte, verschlossen (Schutz vor Verdunstung von Wasser) bis zur vollständigen Gerinnung stehen (ca. 45-60 min; nicht am Heizkörper oder in praller Sonne)
|  | Kunststoffkügelchen im Abnahmeröhrchen dienen zur Beschleunigung der Gerinnung
|  | das Serum wird anschließend abzentrifugiert, mit einer Pipette in ein beschriftetes Serumröhrchen überführt oder abgekippt. Die Trennung der zellulären Bestandteile vom Serum soll innerhalb von 2 Stunden nach der Blutentnahme erfolgen
|  | abgetrenntes Serum sollte kühl (Aktivitätsverlust von Fermenten bei Wärme) und dunkel (sonst Abbau lichtempfindlicher Parameter, z. B. Bilirubin, Vitamine B1, B2, A und E) gelagert werden
|  | für eine Reihe von Laborparametern muß das Serum gleich nach der Gewinnung tiefgefroren aufbewahrt und auch tiefgefroren ins Labor transportiert werden (ein Auftauen und Wiedereinfrieren vor der Analyse ist unbedingt zu vermeiden) |

In den sogenannten Trenngel-Röhrchen befindet sich ein halbfestes Polymer (z. B. Silikone, Methacrylsäure, Polyester) auf dem Boden des Röhrchens. Während des Zentrifugierens positioniert sich das Trenngel zwischen den Blutkuchen mit den zellulären Bestandteilen und dem Serum, da seine spezifische Dichte zwischen diesen beiden Komponenten liegt. Durch diese Barriere soll ein Austausch von zellulären Inhaltsstoffen mit dem Serum verhindert werden, so daß ein Umfüllen des Serums vor dem Transport ins Einsendelabor entfallen kann.
Für den OIII-Bereich kann die Verwendung von Trenngelen nach bisherigem Wissensstand nicht empfohlen werden (Störung von Immunoassays, Drug monitoring, Blutgruppenbestimmung, Bestimmung der Spurenelemente und Umweltanalytik ist möglich)!
Hinweise zur Blutentnahme mit Trenngel-Röhrchen: 
 | mit Blut gefülltes Trenngel-Röhrchen sofort nach der Entnahme 5mal kippen, um Silikapartikel im Blut zu lösen (Gerinnungsaktivator)
|  | nach der Blutentnahme mindestens 30 Minuten bis zur abgeschlossenen Blutgerinnung warten
|  | Trenngel-Röhrchen bei Zimmertemperatur aufbewahren (Temperatureinwirkung vermeiden; z. B. Heizung, direkte Sonneneinstrahlung; nicht in den Kühlschrank!) |


Für das breite Spektrum molekularbiologischer Untersuchungen werden unterschiedliche Untersuchungsmaterialien in verschiedenen Versandröhrchen verwendet. Eine detaillierte Übersicht finden Sie unter
Hinweise zur Probenentnahme bei Sondentests sowie PCR-Nachweisen bakterieller und viraler Erreger
Hinweise zur Probenentnahme bei molekulargenetischen Untersuchungen 

Eine Übersicht zu den Besonderheiten bei der Probenentnahme und Präanalytik mikrobiologischer Untersuchungen finden Sie unter
Hinweise zur Probenentnahme bei mikrobiologischen Untersuchungen  |