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Inhaltsverzeichnis
Molekulargenetische Untersuchungen
Analytik
Genetische Risikofaktoren für Thrombophilie
Faktor V
Faktor II (Prothrombin)
Methylentetrahydrofolat-Reduktase
Hämochromatose
HLA-Determinanten und Krankheitsassoziationen
HLA-B27
HLA-DRB1 (shared epitope) bei Rheumatoider Arthritis
Prädispositionsallele für Zöliakie
Prädispositionsallele für Laktose-Intoleranz
Alpha-1-Antitrypsin
Apolipoprotein E (ApoE)
Apolipoprotein B-100 (ApoB)
Kontakt 

Datenbankeintrag: *OMIM 106300 Das klassische und wohl prominenteste Beispiel der HLA-Assoziation mit bestimmten Erkrankungen ist bei Trägern des HLA-B27-Allels gegeben. Diese zeigen ein stark erhöhtes relatives Risiko für Spondylitis ankylosans (Morbus Bechterew), für die Trias Urethritis-Konjunktivitis-Arthritis (Morbus Reiter), akute Uveitis und postinfektiöse Arthritiden bei Darmerkrankungen (z. B. durch Yersinien, Salmonellen oder Shigellen verursacht) oder Genitalinfektionen (z. B. bedingt durch Gonokokken oder Chlamydien). Der pathogene Mechanismus, durch den HLA-B27 eine erhöhte Anfälligkeit für die Ausprägung dieser arthritischen Erkrankungen verursacht, ist nach wie vor unbekannt. Es gibt aber Hinweise auf autoimmune Prozesse sowie Proteinsequenzhomologien zwischen gramnegativen Enterobakterien und HLA-B27 (Hypothese des "antigenen oder molekularen Mimikry").
Häufigkeit Die Prävalenz des HLA-B27-Allels in der kaukasischen Bevölkerung beträgt etwa 7-9 %, davon entwickelt aber nur ein geringer Prozentsatz (ca. 2 %) Morbus Bechterew. Etwa 90-95 % der Patienten mit Spondylitis ankylosans sind HLA-B27-positiv, bei Morbus Reiter und postinfektiösen Arthritiden beträgt die Assoziation mit HLA-B27 60-90 %. HLA-B27-positive Merkmalsträgern zeigen gegenüber Nichtträgern ein erhöhtes relatives Risiko für Morbus Bechterew (85-90fach), Morbus Reiter (35-40fach), postinfektiöse Arthritiden (15-20fach) und Uveitis (10fach).
Klinik Aufgrund der hohen Assoziation eignet sich die HLA-B27-Typisierung zur differentiellen Diagnose des Morbus Bechterew. Die HLA-B27-Bestimmung ist kein Suchtest auf Morbus Bechterew, sondern nur bei entsprechendem Beschwerdebild sinnvoll. Von hoher Bedeutung ist die HLA-B27-Bestimmung zur Erhärtung der Verdachtsdiagnose und zur Erkennung von Frühformen und atypischen Verläufen des Morbus Bechterew oder aber zum Ausschluß einer Spondylitis ankylosans. Im Einzelfall ist der HLA-B27-Befund im Rahmen des klinischen Beschwerdebildes und des Röntgenbefundes des Patienten zu bewerten. Eine ähnliche Betrachtungsweise der HLA-B27-Analyse ist für die übrigen angeführten seronegativen Arthritiden angezeigt.
Nachweis Nach der Isolation genomischer DNA aus einer Blutprobe wird mittels der PCR (Polymerase-Kettenreaktion) ein Fragment des HLA-B-Gens parallel mit einem zweiten Genfragment als interne Kontrolle amplifiziert. Durch geeignete Primer-Auswahl werden ausschließlich HLA-B27-Allele detektiert. Der Nachweis von HLA-B27 erfolgt durch Gelelektrophorese.
Indikationen 
 | Diagnose von |

 | Spondylitis ankylosans (Morbus Bechterew)
|  | Trias Urethritis-Konjunktivitis-Arthritis (Morbus Reiter)
|  | diverser postinfektiöser Arthritiden
|  | akuter Uveitis |

 | Anamnese von Familienangehörigen ersten Grades |

Bedingt durch die hohe Spezifität der PCR-Analyse besteht im Gegensatz zur Typisierung per Durchflußzytometrie nicht die oft gegebene Problematik der Kreuzreaktionen der verwendeten Antikörper mit verschiedenen anderen (sehr homologen) HLA-Klasse I-Antigenen. Falsch positive Ergebnisse sind bei der molekulargenetischen Bestimmung praktisch ausgeschlossen.
Literatur Brewerton DA, Hart FD, Nicholls A, Caffrey M, James DC, Sturrock RD (1973): Ankylosing spondylitis and HL-A 27. Lancet 1 (7809), 904-907
Frankenberger B, Breitkopf S, Albert E, Scholz S, Keller E, Schattenkirchner M, Weiss EH, Kellner H (1996): Routine molecular genotyping of HLA-B27 in spondyloarthropathies overcomes the obstacles of serological typing and reveals an increased B*2702 frequency in ankylosing spondylitis. J Rheumatol 24, 899-903
Gonzalez-Roces S, Alvarez MV, Gonzalez S, Dieye A, Makni H, Woodfield DG, Housan L, Konenkov V, Abbadi MC, Grunnet N, Coto E, Lopez-Larrea C (1997): HLA-B27 polymorphism and worldwide susceptibility to ankylosing spondylitis. Tissue Antigens 49, 116-123
Gran JT, Husby G (1995): HLA-B27 and spondyloarthropathy: value for early diagnosis? J Med Genet 32, 497-501
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