| 1665 Entdeckung von Pflanzenzellen (Robert Hooke) |
1673 Entdeckung menschlicher Zellen und Mikroorganismen Antoni van Leeuwenhoek entdeckt Bakterien, Blut- und Samenzellen. |
1796 1. Pocken-Schutzimpfung Landarzt Edward Jenner impft Knaben mit Kuh-Pockenvirus. |
1858 Evolutions- und Selektionstheorie von Charles Darwin Erklärung der Entstehung von Tier- und Pflanzenarten. Darwin geht davon aus, daß "die Struktur eines jeden organischen Gebildes auf die wesentlichste, aber oft verborgene Weise zu der aller anderen organischen Wesen in Beziehung steht, mit welchen es in Concurrenz um Nahrung oder Wohnung kommt, oder vor welchen es zu fliehen hat, oder von welchen es lebt." |
1864 Mikroorganismen können durch Hitze abgetötet werden Louis Pasteur entdeckt, daß Erhitzen Mikroorganismen abtötet (Pasteurisieren). Leben kann nur aus bereits bestehendem Leben hervorgehen. |
1865 "Mendelsche Gesetze" der Vererbung Nach Kreuzungsversuchen an Erbsen und Bohnen definierte der Augustinerpater Gregor Mendel die Gene als "Elemente", die von den Eltern auf die Nachkommen nach bestimmten Regeln (Mendelsche Gesetze) vererbt werden. |
1871 Entdeckung der DNA Der Chemiker Friedrich Miescher entdeckte im Zellkern weißer Blutzellen eine bis dahin unbekannte Substanz "phosphorhaltige Säure", die er Nuklein nannte. Später bekannt als Desoxyribonukleinsäure = DNA. |
1871 Entdeckung der Chromosomen Der Zellforscher Walter Flemming beobachtet die Bildung von Chromosomen in sich teilenden Zellen. Die fadenähnlichen Gebilde im Zellkern nannte er Chromatin ("gefärbte Körper"). |
1900 Wiederentdeckung der Mendelschen Erbgesetze Erich Tschermak von Seysenegg, Karl E. Correns und Hugo de Vries führen unabhängig voneinander Kreuzungsexperimente mit Pflanzen durch und bestätigen Mendels Vererbungstheorie. |
1902 Chromosomen tragen Erbmerkmale Theodor Boveri und Walter Sutton erkannten unabhängig voneinander, daß Gene und Chromosomen jeweils paarweise auftreten. Tiere, Pflanzen und Menschen besitzen in jedem Kern ihrer Zellen eine konstante Zahl von Chromosomenpaaren, die Träger der von Mendel entdeckten Erbmerkmale. |
| 1909 Wilhelm Johannsen prägt das Konzept des "Gens" als Träger der Vererbung |
1923 Morgan´sche Gen-Karten Thomas H. Morgan führte Vererbungsversuche mit der Fruchtfliege Drosophila melanogaster durch. Ihm gelang es, die Lage der Gene auf den Chromosomen zu lokalisieren und somit für Insektenarten die sogenannten "Morgan'schen Gen-Karten" - eine Art genetischer Landkarte - zu erstellen. |
1926 Änderung der Erbmerkmale durch Mutationen Hermann J. Muller, ein Schüler Morgans, erkannte, daß sich die Erbmerkmale unter Einwirkung von ionisierenden Strahlen verändern können; d. h. dies zu einer Zunahme von Mutationen führt. |
1944 DNA ist Träger der genetischen Information Theodore Avery entdeckt anhand der Transformation von Pneumokokken, daß die DNA und nicht die komplexen Proteine der Träger der Erbinformationen ist. |
1950 Zusammensetzung der DNA variiert Erwin Chargaff fand heraus, daß die Zusammensetzung der DNA anteilig von Art zu Art variiert und daß die Menge der Base Adenin (A) derjenigen der Base Thymin (T) entsprach, ebenso wie die Menge der Base Cytosin (C) der der Menge Guanin (G) (Basenpaarungsregel). |
1951 Crossing-Over-Effekt bei Chromosomen Barbara McClintock erkannte bei Experimenten am Mais den Crossing-Over-Effekt, bei dem es zum Austausch einzelner Chromosomen-Abschnitte und damit zum Austausch von genetischer Information kommt. Die Entdeckung der "springenden Gene" ist in der Gentechnologie von allergrößter Bedeutung. |
1953 Aufklärung der räumlichen Struktur der DNA James Watson und Francis Crick beschreiben die Doppel-Helix-Struktur der DNS. |
1956 Zahl der menschlichen Chromosomen Joe H. Tijo und Albert Levan ermitteln, daß der Mensch 46 Chromosomen (23 Paare) besitzt. |
1959 Fehlvererbung von Chromosomen Die Fehlvererbung eines Chromosoms ist Ursache verschiedener Krankheitsbilder, z. B. Down-Syndrom (Trisomie 21), Turner-Syndrom (X0) oder Klinefelter-Syndrom (XXY oder XXXY). |
1961-69 Entschlüsselung des genetischen Codes Durch Marshall W. Nirenberg, J. Heinrich Matthaei und Severo Ochoa gelingt es, den genetischen Code zu entschlüsseln (Triplett-Code). Der Code bestimmt die Umsetzung der genetischen Information in Proteine. |
1967 Entdeckung von Restriktionsenzymen (Restriktionsendonukleasen) Der Mikrobiologe Werner Arber entdeckte in Bakterien Restriktionsenzyme (Scheren), mit denen die DNA an typischen Stellen aufgeschnitten werden kann. |
| 1969 Jonathan Beckwith gelingt erstmals die Isolierung eines Gens |
1973 Klonierung eines bakteriellen Plasmids Herbert Boyer, Annie Chang und Stanley Cohen schleusen ein künstlich hergestelltes kreisförmiges DNA-Molekül (ein "Plasmid") in das Bakterium Escherichia coli ein, welches daraufhin die fremden Eiweißmoleküle bildet, die vom Plasmid kodiert werden. Mit diesem Verfahren gelingt es erstmals, Gene von einem Organismus auf einen anderen zu übertragen - die Geburtsstunde der Gentechnik. |
1976 Künstliche Herstellung von Genen Der Chemiker Har Gobind Khorana entwickelte eine Laborsynthese von künstlichen Genen. Es gelang ihm, ein menschliches Gen im Reagenzglas nachzubauen und in Zellen mit Fehlfunktion desselbigen einzuschleusen und wieder "zum Arbeiten" zu bringen. |
1977 Entdeckung von Entdeckung von Introns Richard J. Roberts und Phillip A. Sharp entdeckten den diskontinuierlichen Aufbau des Erbmaterials höherer Organismen und beschrieben die Organisation der Desoxyribonukleinsäure durch Segment-Abschnitte von kodierenden Exons und nicht-kodierenden Introns. |
1977 Methoden zur DNA-Sequenzierung Walter Gilbert und Frederick Sanger entwickeln unabhängig voneinander Methoden zur DNA-Sequenzierung. |
1982 Gentechnisch hergestellte Medikamente Das erste gentechnisch hergestellte Medikament, das menschliche Insulin, kommt in den USA auf den Markt. Es wird von Bakterienzellen produziert, die das menschliche Insulin-Gen enthalten. |
| 1984 Alec Jeffreys entwickelt den "Genetischen Fingerabdruck" |
1985 Polymerase-Kettenreaktion Kary Mullis entwickelt die Polymerase-Kettenreaktion (PCR = polymerase chain reaction), mit der DNA außerhalb von Zellen vervielfältigt werden kann. Dieses Verfahren hat die Molekularbiologie revolutioniert. |
| 1986 Neal First erhält durch Trennung embryonaler Rinderzellen im sehr frühen Zellstadium genetisch identische Mehrlinge (Klone). |
1988 Patent für gentechnisch verändertes Säugetier Philip Leder und Timothy Stewart erhalten das Patent für eine transgene Maus, die als Modellorganismus für die Untersuchung von Tumorerkrankungen dient. |
1990 Start des Humangenomprojektes Öffentliches Großforschungsprojekt zur Entschlüsselung des menschlichen Genoms; international von der Human Genome Organisation (HUGO) koordiniert. |
| 1992 Vollständige Kartierung des menschlichen Chromosoms 21 und des Y-Chromosoms |
| 1995 Veröffentlichung der kompletten Genomsequenz des Bakteriums Haemophilus influenzae |
| 1996 Genom der Bäckerhefe Saccharomyces cerevisiae entschlüsselt |
1997 Klonen eines erwachsenen Tieres Ian Wilmut kloniert ein erwachsenes Tier. Das Klonschaf Dolly ist das erste Tier, das im Labor als völlig erbgutgleicher Zwilling gezeugt und von einem Ammentier ausgetragen wurde. Heftige ethische Debatten entbrennen weltweit. |
1998 Differenzierung von embryonalen Stammzellen Zwei Forscherteams berichten, daß sie embryonale Stammzellen zur Differenzierung in spezialisierte Gewebezellen anregen können. |
| 1998 Genom des Fadenwurms Caenorhabditis elegans entschlüsselt |
| 2000 Genom der Fruchtfliege Drosophila melanogaster entschlüsselt |
| 2001 Erste Rohfassung des menschlichen Genoms |
| 2002 Genom der Maus Mus musculus entschlüsselt |
| 2003 Abschluß der Arbeiten zum Genom des Menschen |