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Chronische Müdigkeit


IGeL - Patienten-Information WUNSCHABKLÄRUNG: CHRONISCHE MÜDIGKEIT


Sehr geehrte Patientin, sehr geehrter Patient,

eine für den Arzt wie auch für den Patienten schwierige Situation findet sich in der Sprechstunde recht häufig. Patienten, die sich grundsätzlich gesund, zumindest aber nicht ernstlich krank fühlen, haben Probleme, die Belastungen des Alltags zu bewältigen. Trotz normalem Lebenswandel ohne Alkoholexzesse, chronischen Schlafentzug oder besondere Spitzenbelastungen ist eine allgemeine Antriebsarmut, ständige Müdigkeit und Lustlosigkeit, verbunden mit dem Gefühl "Akku leer", zu beobachten. Der Zwang, Alltagsverpflichtungen dennoch zu erledigen (Beruf, Haushalt, Familie, Kinder) bewirkt zusätzlich unterschwellig oft eine depressive Komponente. Nicht selten wird diese verstärkt, wenn das persönliche Umfeld, der Partner oder die Familie den länger währenden Leistungsknick nicht zuordnen können. Die Ursachen des chronischen Erschöpfungszustandes sind vielschichtig. Es können mehrere Faktoren beteiligt sein. Es handelt sich oft um eine schleichende und langfristig bestehende Überforderung mit fehlenden Phasen, den Akku wieder aufzuladen. Verstärkt wird dieser Zustand - oft unbemerkt für den Patienten - dass durch diverse Sorgen auch der erholsame Tiefschlaf verloren geht. Als Folge entwickelt sich ein Zustand, welcher im heutigen Sprachgebrauch oftmals als burn-out-syndrom beschrieben wird: alle Kraftreserven sind aufgebraucht.



Die Diagnostik


 Einige auslösende Komponenten kann der betreuende Arzt aufdecken:


chronisch niedriger Blutdruck (führt u. a. zur Antriebsarmut und ständiger Müdigkeit)
Blutarmut (Anämie) z. B. durch Eisenmangel infolge starker Regelblutungen
eine versteckte Schilddrüsen-Unterfunktion.

Wichtige organische Faktoren kann der Arzt durch entsprechende diagnostische Maßnahmen erkennen und behandeln. Schwieriger ist es mit den psychischen Komponenten. Psychosomatische Beschwerden spielen sich im Unterbewusstsein ab und sind für den Patienten selbst - aber auch dem Arzt - sehr schwer zugänglich.

Eine weitere Begrenzung ergibt sich durch das geltende System und die gesetzlichen Vorgaben. Diese fordern vorn Arzt, dass ausreichend, wirtschaftlich und zweckmäßig gehandelt werden muss. Damit wird die ärztliche Handlungsfreiheit für einige diagnostische Bereiche erheblich eingeschränkt. Dies gilt besonders dann, wenn es sich um kostenintensive Möglichkeiten einer modernen und umfassenden Laboranalytik handelt. Diese kann auch geringfügige Verschiebungen oder Defizite erfassen.

Oft sind Mangelerscheinungen (z. B. Eisen, Spurenelemente, Vitamine) zu beobachten. Auch Störungen des Hormonsystems oder latente chronische Infektionen (z. B. bei geschwächtem Immunsystem) können einen permanenten Erschöpfungszustand auslösen. Die oben erwähnten psychischen und physischen Überlastungen bewirken häufig eine vermehrte Ausschüttung des Stresshormons Cortisol. Cortisol wiederum vermindert die Funktion der Immunabwehr des Organismus und trägt so zu einer Immunschwäche bei.


Ausblick


Ein wissenschaftlich eindeutiges pathogenetisches Konzept für das so genannte "chronische Erschöpfungs-Syndrom" konnte bislang nicht gefunden werden. Hier spielen möglicherweise eine chronische Viruspersistenz nach durchgemachter lnfektion und/oder immunologische Vorgänge eine Rolle. Die im Profil "Abklärung chronische Müdigkeit" von Spezialisten zusammengestellten Parameter ermöglichen eine Basis-Diagnostik:Versorgungsdefizite, relative Mangelzustände oder hormonelle Fehlversorgungen werden erkannt bzw. ausgeschlossen.


Was hat der Patient zu beachten:


Sinnvoll ist eine morgendliche Blutabnahme an einem Tag bei "normalem Biorhythmus" (nicht nach durchgezechter Nacht!).


Bitte sprechen Sie uns an, wir beraten Sie gern.

Ihr Praxisteam