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IGeL - Patienten-Information - Arteriosklerose



Liebe Patientin, lieber Patient,

die Arteriosklerose (Arterienverkalkung) ist eine chronische Erkrankung der Schlagadern mit einer Verhärtung und Verdickung der Gefäßwand und einer dadurch bedingten fortschreitenden Einengung des Gefäßdurchmessers. Die Erkrankung verläuft häufig schleichend und unbemerkt.

So können über Jahre, zunächst ohne Beschwerden oder Schmerzen, die Arterien des Körpers nach und nach "verkalken" oder durch chronische Entzündungsmechanismen Wandverdickungen entwickeln. Solche Frühveränderuiigen können u. a. durch moderne Ultraschalltechnik (Doppler/Duplex) erkannt werden. Besser ist jedoch ein Erfassen der individuellen genetischen Disposition (Erbkomponente) durch sehr differenzierte Laboruntersuchungen, noch bevor es überhaupt zu Gefäßveränderungen kommt. Dies schafft die Voraussetzungen für eine "Gegenwehr" bzw. für eine Behandlung, bevor die gefürchteten Folgen der Arteriosklerose auftreten: der komplette Verschluss einer Arterie, die das Gehirn, Herz oder Beine mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgt. Der so entstehende Schlaganfall (Apoplex), Herzinfarkt und das "Raucherbein" führen häufig zu massiv geminderter Lebensqualität, Berufsunfähigkeit und auch Invalidität. Sie sind für die Hälfte aller Todesfälle in der westlichen Welt verantwortlich. Meist wirken bei der Entstehung der Gefäßschädigung verschiedene Risikofaktoren zusammen: Übergewicht, erhöhte Blutfettwerte, Rauchen, Bluthochdruck, Bewegungsmangel, Zuckerkrankheit und Stress. Nur ein frühzeitiges Erkennen von Risikofaktoren gibt die Chance, diese auszuschalten bzw. den Verkalkungsprozess sogar zurückzudrängen. Wie aber kann der Patient erfahren, ob eventuell sogar genetisch bedingte Risiken vorliegen, obwohl bisher keinerlei Symptome bestanden? (wie Engegefühl in der Brust, Schwindel oder Kopfschmerz, kalte Füße und Schmerzen beim Laufen in den Waden).


Moderne Laboranalytik als Grundlage der Diagnose


Eine moderne Labordiagnostik misst unterschiedliche Substanzen im Blut, die auf eine schleichende Arteriosklerose hinweisen. Entsprechende Laboranalysen auf Basis neuester Forschungsergebnisse sind sehr aufwändig. Sie können nur von spezialisierten Laboren durchgeführt werden und berücksichtigen weit mehr Parameter als die bisher bei Ihnen bestimmten Werte wie Cholesterin, Triglyceride, HDL und LDL. Nach den neuesten Erkenntnissen schafft speziell auch die Bestimmung des Homocystein-Spiegels Voraussetzungen für den Arzt, Ihr persönliches Arteriosklerose-Risiko noch zuverlässiger zu beurteilen. Ist der Homocystein-Spiegel bei Ihnen zu hoch, was bei ca. 50 % aller über 50jährigen der Fall ist, so haben Sie auch dann ein erhöhtes Arteriosklerose-Risiko, selbst wenn die sonstigen Blutfette normal sein sollten! Außerordentlich wichtig für die Entscheidung zu einer möglicherweise erforderlichen Therapie ist die Erkenntnis, dass Sie auch ohne Einnahme von Medikamenten den Homocystein-Spiegel senken und damit auch das Herzinfarkt-/Schlaganfall-Risiko mindern können! Dieser Effekt ist durch gezielte Gabe von Vitamin B6, Vitamin B12 und FoIsäure zu erreichen.


Laborwerte


Welche Laborparameter werden untersucht, um das gesamte Arterioskleroserisiko zu erfassen? Es sind dies die "Blutfette", Gesamtcholesterin und Triglyceride, das Homocystein, das Fibrinogen, das Lipoprotein (a), die Lipidelektrophorese sowie das CRP sensitiv. Das sind die wichtigsten Risikofaktoren für kardiovaskuläre Erkrankungen. Jeder dieser untersuchten Laborparameter stellt einen eigenständigen - jedoch unterschiedlich bedeutsamen Faktor für die Entstehung der Gefäßsklerose dar.


Therapie


Erst die Kenntnis all dieser Laborwerte und die zusätzliche Einbeziehung weiterer Faktoren (Blutdruck, Rauchen, Diabetes etc.) gibt uns Ärzten eine Basis, das individuelle Risiko für die Entwicklung einer Arteriosklerose und deren möglichen Folgeerkrankungen so sicher abzuschätzen, dass eine abgewogene Therapieempfehlung möglich wird. Besonders wertvoll sind diese Informationen dann, wenn im Grenzbereich Entscheidungen zu treffen sind:  


Reicht allein eine Nahrungsumstellung?
Ist der Einsatz von Medikamenten mit potentiell möglichen Nebenwirkungen erforderlich?
Ist möglicherweise durch den alleinigen Einsatz von zusätzlichen Vitaminen (Folsäure, Vitamin B6, Vitamin B12) das gewünschte Therapieziel sichergestellt?

Neueste Untersuchungen zeigen auf, dass bei richtiger Therapiewahl statistisch eine Verlängerung der Lebenserwartung um 5 oder mehr Jahre erreicht werden kann! Geeignete Therapiestrategien auf dem Boden solider Entscheidungsgrundlagen können demnach nicht nur ein Fortschreiten der Gefäßwandprozesse stoppen bzw. aufhalten, sondern sogar rückgängig machen. Der beratende Arzt benötigt dazu aber Laborinformationen, die weit über die Finanzierungsmöglichkeiten der Kassenmedizin hinausgehen.


Was ist vom Patienten zu beachten?


Erforderlich für die Analytik ist eine Blutentnahme aus einer Armvene, morgens, nüchtern

Sollten Sie Fragen haben, so sprechen Sie uns bitte an. Wir beraten Sie gern.

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